Auftreten im Beruf: Werden Sie gefährlich

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Auch im Umgang mit Mitarbeitern helfen männliche Kommunikationsstrategien, und viele davon sind nonverbal. "Sie wollen einen Mann zum Schweigen bringen? Hören Sie auf zu nicken. Sie wollen in einer wichtigen Konferenz Ihre Rangstellung deutlich machen? Hören Sie auf zu lächeln. Und wenn Sie Schwierigkeiten haben, sich gegenüber einem forschen jungen Mann in Ihrem Team durchzusetzen, fassen Sie ihn an!" Ich zucke zusammen, ebenso meine Sitznachbarinnen, wir fangen schallend an zu lachen, aber Marion Knaths meint es ernst: "Der junge Mann bekommt die Unterlagen ausgehändigt, dann fasst man ihm auf die Schulter und sagt noch mal, dass die Änderungen bis morgen fertig sein müssen. Er wird pünktlich liefern."

"Sie wollen ihn zum Schweigen bringen? Hören Sie auf zu nicken"

"Wer einen anderen berührt, dringt in dessen persönlichen Raum und somit in seinen Machtbereich ein", erklärt unsere Seminarleiterin. Auch unter Gleichrangigen sei das eine beliebte Technik, um Status zu verhandeln, und das üben wir jetzt. Ich solle sie mit Handschlag begrüßen, sagt Marion Knaths. Ich stehe auf und gebe ihr mit einem freundlichen "Schön, Sie zu sehen" die Hand. Sie nickt freundlich und legt ihre andere Hand auf meinen Unterarm. Sofort fühle ich mich unbehaglich und, ja: unterlegen. Jetzt heißt es kontern, sagt Knaths, und mit meiner freien Hand auf ihre Schulter klopfen, spätestens beim Weggehen. Ich tue es und fühle mich sofort wohler, das Ungleichgewicht ist aufgehoben.

Als ich am Dienstagmorgen wieder in die Redaktion komme, bin ich voller Tatendrang. Ich gehe in das Zimmer meiner Kollegin Julia, klopfe ihr zur Begrüßung auf die Schulter, dann lasse ich mich breitbeinig auf einen Stuhl fallen und sage: "Du musst bis Ende der Woche das Konzept fertig machen." Sie schaut kurz vom Bildschirm auf und sagt: "Hast du Schokolade? Ich sterbe vor Hunger. Ich hab verschlafen und nix gefrühstückt." Ich stehe auf, gehe in mein Büro, hole Schokolade und sage: "Nimm reichlich." Ich bin sehr erleichtert. Lösungsorientierte weibliche Kommunikation. Eine gute Sache.

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  • Artikel vom 17.08.2009
  • Text: Christine Hohwieler
    Foto: Getty Images
    Ein Artikel aus der BRIGITTE 17/09
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