Stress: Sind Sie burnout-gefährdet?

"Ich schaff' das alles nicht mehr." Ein typischer Satz von Menschen mit Burnout. Sind Sie gefährdet? Machen Sie unseren Test. Mit Infos und Tipps zum Thema Stress.

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Das Interview

Ab wann kann man eigentlich von Burnout sprechen? Brennen Männer anders aus als Frauen? Und vor allem: Was kann man dagegen machen? Carola Kleinschmidt, Autorin des Burnout-Ratgebers "Bevor der Job krank macht", im Interview.

BRIGITTE: Das Gefühl, überarbeitet und erschöpft zu sein, kennt so gut wie jeder. Ab wann spricht man von Burnout?

Carola Kleinschmidt: Gelegentlich vollkommen erschöpft zu sein, ist durchaus normal. Kritisch wird es, wenn das zum Dauerzustand wird. Burnout bezeichnet den Prozess des Ausbrennes. Ein erstes Warnzeichen ist zum Beispiel, wenn man häufiger nachts gegen vier oder fünf Uhr aufwacht und an die Probleme im Job denken muss. Das zeigt: Körper und Geist können nicht mehr abschalten. Normal sind Wellenbewegungen von Anspannung und Entspannung. Wenn man sich nur noch in einer Daueranspannung befindet, ist das ein massives Zeichen für Erschöpfung. Viele klagen zudem in dieser Phase über Schmerzen. Kopf, Rücken, Hände tun grundlos weh, vielleicht kommt eine Dauererkältung hinzu. Der Körper ist in Aufruhr und zeigt, dass auch die Muskeln können nicht mehr entspannen.

BRIGITTE: Brennen Frauen anders aus als Männer?

Carola Kleinschmidt: Ja, Frauen reagieren beispielsweise emotionaler als gewohnt, fangen bei Kleinigkeiten an zu weinen, die sie normalerweise leicht wegstecken. Während Männer häufiger zur Flasche greifen oder auf der Autobahn rasen. Gleichermaßen treten bei Männern und Frauen Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten auf. Es beginnt ein Teufelskreis: Man merkt, dass man nicht richtig leistungsfähig sind und häuft sich noch mehr Arbeit auf. Hauptsache, niemand merkt etwas. Frauen werden oft ganz besonders perfektionistisch, nehmen sich die Akten zum Doppelchecken mit nach Hause oder lesen sich jeden Satz in einem Anschreiben fünf Mal durch. Außerdem neigen Frauen dazu, ihre Überlastung zu verleugnen. "Ich habe ja nur eine Halbtagsstelle während das Kind in der Kita betreut wird. Das kann ja nicht anstrengend sein", sind Sätze von Frauen, die ihre Probleme klein reden.
Ebenfalls typisch: Man sagt Verabredungen ab, lässt Hobbies und Sport fallen und konzentriert sich immer mehr auf seine "Verpflichtungen", für die man schließlich alle Kraft braucht: Job, Kinder, Haushalt. Gleichzeitig beginnen Schuldgefühle: "Ich werde nicht mehr allen gerecht."

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