Arbeiten im Ausland: Vorsicht, Fettnäpfchen!
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BRIGITTE-Bloggerinnen erzählen hier die skurrilsten und peinlichsten Momente, die sie bei der Arbeit in ihren neuen Heimatländern rund um den Globus erlebt haben - oder Marotten der Einheimischen, an die sie sich erst gewöhnen mussten.
USA: Ein Gummibaum für eine besondere Gelegenheit
Eines Tages kam ich zum Beispiel von der Mittagspause zurück ins Büro und sah einen riesigen Gummibaum mit roter Schleife auf dem Schreibtisch meiner Vorgesetzten. Wir betreuten zusammen die Teilzeit-Mitarbeiter im Korrektorat, und während ich weg gewesen war, hatte die Nachmittagsschicht angefangen. "Was machst du mit dem Gummibaum, A.?" fragte ich meine Vorgesetzte amüsiert, und sie zeigte auf eine der Korrektorinnen und erklärte flüsternd: "Er ist für P." - "Oh, wie schön," freute ich mich. "Was ist der Anlass, P.? Hast du Geburtstag?" - "Nein," flüsterte A., während P. zu meinem Schreck anfing zu weinen, "P.s Mutter ist gestern gestorben." So erfuhr ich, dass Zimmerpflanzen in den USA oft bei Traueranlässen verschenkt werden...was ich so schnell sicher nicht mehr vergessen werde.
Eine zweite Geschichte stammt noch von meiner ersten Stelle in den USA im Büro einer Stahlgießerei. Mein Büro war in einer der Fertigungshallen, und außer mir saßen dort meine Vorgesetzte und der erste Schichtleiter. Manchmal bekamen wir Anrufe für einzelne Arbeiter, und dann mussten wir Helm und Schutzbrille aufsetzen und in die Fertigung stiefeln, um sie zu holen. Eine Zeitlang gab es zwei Arbeiter in der ersten Schicht, deren Frauen oft anriefen und die genau den gleichen Namen hatten - sagen wir Jim Johnson. Jemanden in der riesigen Halle zu finden konnte 10 Minuten dauern, also mussten wir fragen, welcher Jim gemeint war. Das hätte man eigentlich sehr schnell klären können - einer war nämlich schwarz und der andere weiß. Doch der Haken bei der Sache: Wir durften ihre Hautfarbe nicht erwähnen. Rasse ist in den USA immer noch ein schwieriges Thema, also hielt unsere Firma es für die beste Lösung, so zu tun, als ob wir den Unterschied gar nicht bemerkten.
Das führte zu einigen absurden Situationen, in denen wir z.B. fragten: "Jim der Kranführer oder Jim am Fertigungsband?" oder "Der große Jim oder der mittelgroße Jim?" (Dabei war der eine nur unwesentlich größer als der andere, und ihre Frauen hatten vermutlich nicht die geringste Ahnung, wo genau sie arbeiteten...) Zum Glück kamen sie schnell dahinter, was unser Problem war, und halfen uns ab dann, indem sie uns unterbrachen: "Der schwarze Jim."
Daniela Bone (30) bloggt aus Kansas City im Mittleren Westen der USA. Was sie dort erlebt, lesen Sie hier.
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Im übrigen gibt es andere Fettnäpfchen, wo man hineintreten kann und nicht so ein unnötiges "Beispiel".
WIR DEUTSCHEN SIND NICHT PERFEKT
Liebes Brigitte Team, ich bitte also um brauchbare Informationen. DANKE