Burnout: Hilfe, ich brenne aus!
BRIGITTE: Wie kommt man denn aus dieser Zwickmühle wieder heraus?
Dr. Dagmar Ruhwandl: Zuerst muss die Betroffene selbst artikulieren lernen: "Bei mir stimmt etwas nicht."
BRIGITTE: Und wie verhelfen Sie Ihren Patientinnen dann zu mehr Ausgeglichenheit?
Dr. Dagmar Ruhwandl: Wir beginnen mit Entspannungsübungen. Dann versuchen wir, mehr Ruhe in den Alltag zu bringen. Und schließlich versuchen wir herauszukriegen, warum die Klientin so über ihr Limit geht. Oft hat sie die Leistungsbereitschaft von den Eltern mitbekommen. Oder es gibt eine Verletzung, die einen derart antreibt. Eine meiner Klientinnen hatte beispielsweise beide Eltern verloren, war bei einer lieblosen Stiefmutter aufgewachsen, hat gerackert, bis sie eine eigene Praxis und eine eigene Familie hatte - und ist dann zusammengebrochen.
BRIGITTE: Das ist aber ein Extrem.
Dr. Dagmar Ruhwandl: Aber symptomatisch ist das Bestreben, erst alles in trockenen Tüchern zu haben, bevor man sich um sich selbst kümmert. Die meisten jungen Frauen glauben, sie könnten sich erst ihrem Innenleben widmen, wenn die äußeren Verhältnisse stabil sind. Das ist falsch. Nur wer Ruhe hat, hat Kraft und kann gut im Job sein. Alle meine Klientinnen lieben ihren Beruf. Sie müssen nur lernen, auf sich selbst zu achten. Denn eine Perfektionistin wird auch in zehn Jahren noch eine sein.














die meisten Leute, die Burnout haben, sind nicht aus Gier zu Woraholics geworden. Oft lieben sie einfach ihren Job, so wie ich. Jedes Projekt ist wie ein Baby, und diese möchte man eben nicht im Stich lassen. dafür verausgabt man sich eben manchmal mehr, als gut ist. Mit Gier oder Geld hat das gar nichts zu tun.