In den USA klagen jetzt sechs Managerinnen gegen ein deutsches Tochterunternehmen der Dresdner Bank, weil sie sich diskriminiert fühlen. Wie geht es Frauen in deutschen Führungsetagen? Und was schauen sie sich von ihren männlichen Kollegen ab? Brigitte.de hat nachgefragt.
Gudrun Hock (47) ist studierte Volkswirtin und seit 2004 Bürgermeisterin in Düsseldorf.
Gudrun Hock
"Ich finde die Klage der Bank-Managerinnen sehr spannend. In den USA geht so etwas, in Deutschland ist das rechtlich nur schwer vorstellbar. Dennoch bleiben Führungspositionen vor allem in der Wirtschaft auch hier häufig für Frauen verschlossen. In der Politik ist das durch den festgelegten Frauenanteil anders. Obwohl ich Anfangs keine Verfechterin der Quote war, haben sich die Chancen für uns Frauen dadurch doch verbessert. Die Diskriminierung von Frauen läuft heute oft eher subtil. Ich selbst habe das im Wahlkampf erlebt. Die politischen Gegner haben versucht, mich in Zeitungsinterviews auf "blond, groß und langbeinig" zu reduzieren. Meine lange Erfahrung zählte nicht.
Ich finde, Frauen sollten sich gegenseitig mehr helfen. Männer agieren untereinander oft als Steigbügelhalter und ziehen sich gegenseitig nach oben. Bei Frauen herrscht dagegen das Krebs-Prinzip vor: Wenn ein Krebs versucht, über den Korbrand zu kommen, ziehen ihn die anderen wieder nach unten."













