Das Trekking hatte den beiden Frauen gefallen - wunderschön, die Berge Nepals. Aber Susanne Volkmann und Ines von Rosenstil wollten sich während ihres Urlaubs in dem asiatischen Land nicht nur touristische Attraktionen ansehen. Sie besuchten auch eine Klinik. Danach stand für die medizinisch-technische Assistentin und die Kinderärztin fest: "Wir müssen etwas tun!"
Die Mädchen und Jungs gingen ihnen nicht mehr aus dem Kopf, ihre Verbrennungen, großflächige Wunden, von verzweifelten Eltern mit Tinte oder Zahnpasta behandelt, bevor sie im überfüllten Krankenhaus versorgt wurden. Die Unfälle passieren, weil die Familien ihr Essen oft am Feuer oder auf Kerosinkochern zubereiten. Die erste Reise der Freundinnen liegt nun schon acht Jahren zurück - und mittlerweile ist das Projekt "Kinder Nepals" (www. kinder-nepals.de) so gewachsen, dass jedes Jahr bis zu 60 Aktive mehrere tausend Kinder untersuchen und behandeln. Dass sie so effektiv helfen können, verdanken die beiden Frauen auch der Firma von Susanne Volkmann.
Die 43-Jährige arbeitet in der dermatologischen Forschung des Henkel-Konzerns, und nach ihrer Nepalreise erarbeiteten die beiden Freundinnen ein Konzept zur medizinischen Grundversorgung der Kinder und reichten es bei der Henkel-Initiative MIT ("Miteinander im Team") ein. Die Resonanz war großzügiger als erhofft: "Wir haben 2001 richtig viel Geld als Starthilfe bekommen", sagt Susanne Volkmann.
Und das ist noch nicht alles: Henkel stellt ein Lager für medizinisches Material, die Exportabteilung hilft bei der Logistik, die werksärztliche Abteilung spendet Verbandsmaterial - und Susanne Volkmann wird für ihre regelmäßigen Reisen nach Nepal fünf Tage im Jahr freigestellt. Den Rest der Zeit nimmt sie normalen Urlaub.
Auch Verena Werner, interne Trainerin bei der Sparkassenversicherung in Wiesbaden, hat ein Projekt, an dem ihr Herz hängt. Die 31-Jährige organisiert seit drei Jahren eine Zusammenarbeit zwischen der Versicherung und dem sozialen Verein "Berufswege für Frauen": Abteilungsleiter ihres Hauses helfen Hartz-IV-Frauen bei Bewerbungsschreiben und erstellen mit angehenden Existenzgründerinnen Business-Pläne.
Die Idee, dass sie dieses Projekt organisiert, kam von ihrem Chef. "Der wusste, dass ich gern soziale Arbeit mache", sagt Verena Werner. Sie darf sich während ihrer Arbeitszeit um die Initiative kümmern, und niemand hat ein Problem damit, dass sie meist mehr als die vorgesehenen fünf Arbeitstage braucht, um die jährlichen Aktionswochen auf die Beine zu stellen.













