Die Finanzkrise frisst Jobs, möglicherweise irgendwann auch meinen. Das macht mir Angst. Aber total entsetzt bin ich darüber, dass es im krisengeschüttelten Deutschland tatsächlich Menschen gibt, die sich freiwillig vom Arbeitsmarkt zurückziehen. Und das sind ausgerechnet Mütter. Auch aus meinem Bekanntenkreis.
Einige schreiben nicht mal mehr Bewerbungen, manche kehren gar nicht erst aus der Elternzeit zurück, mit der lapidaren Begründung: "Mit Kindern und Teilzeitwunsch habe ich doch eh keine Chance." Stattdessen richten sie sich gemütlich ein in einem Leben zwischen Haushalt und Spielplatz und überlassen den harten Alltag anderen.
Es ist tatsächlich hart mit Kindern und Teilzeitwunsch auf dem Arbeitsmarkt. Aber genau deshalb macht mich das Verhalten dieser Vermeidermütter so wütend. Anstatt ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen und für einen angemessenen Platz in der Gesellschaft zu kämpfen, steigen diese Frauen einfach aus.
Um das ganz deutlich zu machen: Ich rede hier nicht von den Frauen, die bewusst entschieden haben, sich ausschließlich um Haushalt und Kinder zu kümmern. Und hier geht es ausnahmsweise auch mal nicht um die überflüssige Debatte, ob Hausfrauen, Teilzeit- oder Vollzeitmütter die besseren sind. Hier geht es darum, dass einige Mütter einen Anlass gefunden haben, einfach nicht mehr mitzuspielen. Und das mit vermeintlich reinem Gewissen: Die Krise ist ja schuld.
Kürzlich forderte Ulrich Blum, Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle, Frauen sollten die Krise zum Kinderkriegen nutzen, und schlug vor, einen besseren Kündigungsschutz für den berufstätigen Partner zu initiieren - damit noch mehr Paare "zur Babypause in der Krise" motiviert würden. Wie entsetzlich! Worüber reden wir denn seit mindestens 40 Jahren, dass da ein kluger Kopf öffentlich die Zementierung uralter Rollenklischees vorschlagen kann, ohne dass ein Aufschrei durchs Land geht? Es macht mich schlichtweg fassungslos, dass er mit dieser absolut reaktionären Idee bei einigen Frauen offene Türen einrennt. Und noch bestürzender finde ich, dass es tatsächlich Frauen gibt, die glauben, dass sie mit der Rückbesinnung auf ihre traditionelle Rolle der Krise etwas Positives abgewinnen können.














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am um
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merkwürdig
am 30.12.11 um 00:08
So ganz glücklich scheint die Autorin dieses Beitrags in ihrer Situation nicht zu sein, denn irgendwie lese ich ein Stück weit Neid aus diesem Artikel. Wir wissen doch alle, dass bei dieser Doppelrolle etwas auf der Strecke bleiben muss.. was selten die Arbeit ist.. denn ein Chef äußert seine Ansprüche wesentlich deutlicher als Kinder das jemals können..
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unklar
am 28.10.09 um 15:19
Ich wundere mich zwar auch über Frauen, die lieber zu Hause bleiben. Und ich habe trotz Kind immer freiberuflich weitergearbeitet und jetzt zusätzlich einen Angestellten-Halbtagsjob angenommen - meinetwegen und damit mein Mann weniger Last hinsichtlich des Familieneinkommens zu tragen hat. Aber ich käme nie auf den Gedanken, mein Lebensmodell anderen Frauen aufzuzwingen, wie es die Autorin versucht. Freiheit bedeutet doch, sich entscheiden zu können. Es war schwer, sich täglich durch die Annoncen zu schreiben und duzende Absagen zu bekommen. Gerade der Umstand, dass mein Mann keinen Erfolgs-)Druck aufgebaut hat, hat mich durchhalten lassen. Wenn es in anderen Familien klappt mit einem Ernährer - oder eben auch nur nicht klappt mit dem zweiten Einkommen (da wird wohl häufig die Not zur Tugend erklärt), ist das noch kein Grund, diese Frauen pauschal zu schelten. Emanzipation ist das Gegenteil von der Sorte Bevormundung, welche die strebsame Autorin den anderen Frauen überhilf
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Lalique
am 13.10.09 um 18:09
@Meole
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meole
am 12.10.09 um 13:07
Zu "Frauen auf dem Sprung"
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Tine
am 27.09.09 um 14:51
Es ist ja wohl schlimm, wenn, wie im Artikel genannt "einige Mütter einen Anlass gefunden haben", muss man jetzt schon einen Grund haben, zu Hause bei den Kindern zu bleiben?
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Lalique
am 25.09.09 um 07:32
Ist ja alles schön und gut, aber Fakt ist, dass die Zeiten schon lange vorbei sind, falls es sie je gab, dass für jeden erwachsenen Menschen bis zum Rentenalter ein Arbeitsplatz existiert.
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klinker
am 22.09.09 um 09:14
@ChristianaCatharina:
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klinker
am 22.09.09 um 09:10
Toller Artikel - schön auch, dass er auf die Nöte der Männer eingeht, die mit solchen ihnen gegenüber vollständig illoyalen Exemplaren von Frau geschlagen sind.
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ceschen
am 21.09.09 um 19:12
Für mich war es immer klar, auch mit Kind zu arbeiten und zwar regulär auf Steuerkarte. Spätestens bei der ersten Rentenauskunft wird einem schwindelig, wie niedrig der Betrag ist, wenn man nur als Geringbeschäftigte bzw. auch nach dem die Kinder aus dem Haus sind, als Teilzeit beschäftigte gearbeitet hat. Insofern bin ich auch gegen die Einführung der 400 € Jobs
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Sabine
am 20.09.09 um 22:42
"Stattdessen richten sie sich gemütlich ein in einem Leben zwischen Haushalt und Spielplatz" Dieser Satz ist eine bodenlose Unverschämtheit. Was bildet sich diese Frau eigentlich ein?
mehr (49)Mütter sollten nicht auf dem heutigen "Ausbeutermarkt" kämpfen , sondern sich hinter das Grundeinkommen stellen.. Denn mit dem Grundeinkommen hätten alle mehr Möglichkeiten.. Mütter und Väter... ob nun (noch) zusammen oder allein erziehend.. Auch könnte das Grundkommen die eine odere Trennung verhindern, denn eine Frau die dann zu Hause bleibt, was Mann und Kindern zu Gute kommt, hätte dennoch ihr Einkommen.. und er hätte nicht den Druck alles alleine stemmen zu müssen..
Es geht nicht um Frauen als Chefs. Es geht um Mütter mit Kleinkindern, die lieber ein paar Jahre bei ihnen zu Hause bleiben, als zusätzlich zu arbeiten.
Das ist und bleibt in der Bricom ein Zankthema, weil jede unbedingt ihr eigenes Modell als das Bessere anerkannt haben will.
Es ist auch das ewige Konkurrenzdenken, ICH bin besser als DU ...
Sicher machen manche Frauen in der Führungsposition einen guten Job, allen voran unsere Bundeskanzlerin. Aber untersuchen Sie doch mal, wieso Frauen als Chef eher unbeliebt sind ! Fragen Sie mal in Schulämtern, welche Chefs - Männer oder Frauen- die höhere Fluktuation bei Mitarbeitern haben. Wahrscheinlich kriegen Sie aber keine Antwort, weil das unter das Datenschutzgesetz fällt.
Ist es nicht so, dass viele Cheffrauen ihre Gesundheit ruinieren und die ihrer Mitarbeiter gleich mit. Liegt das vielleicht an typisch weiblichen Eigenschaften, wenig delegieren, alles selbst bestimmern und 200%ig machen zu wollen ? Dadurch verlieren manche den Überblick. Wer sich so zäh durchsetzen und behaupten musste, um hoch zu kommen, dem fehlt vor allem Gelassenheit und das versaut das Klima.
Nach über 30 Jahren Berufserfahrung ist mir ein Mann als Chef allemal lieber als eine Frau.
meole
"Stattdessen richten sie sich gemütlich ein in einem Leben zwischen Haushalt und Spielplatz und überlassen den harten Alltag anderen." Ich fass es nicht, was für ein klischee-Satz! Kindererziehung und Haushalt ist also auch bei Brigitte wertlos und keine Arbeit? Traurig!
"Und hier geht es ausnahmsweise auch mal nicht um die überflüssige Debatte, ob Hausfrauen, Teilzeit- oder Vollzeitmütter die besseren sind." Doch, genau das, denn hier wird behauptet die Mütter schieben einen Grund vor. Warum muss man einen Grund vorschieben?? Weil es einfach nicht akzeptiert wird, wenn man zu Hause bleibt?
Ich finde diesen Artikel äußerst dämlich.
Es ist immer noch so, dass oft die Männer mehr verdienen, einer muss ja nach den 8 Wochen Schutzfrist zu Hause bleiben, es sei denn man sucht sich eine Tagesmutter...
Schon mal gar nicht einer in einer "Macht" und Führungsposition , wie ihn Futuremom hat und offenbar als "Norm" propagiert.
Schon jetzt finden viele sehr gut ausgebildete und motivierte junge Frauen keinen Arbeitsplatz und das ganz ohne Mutterschaft!
Was tun, wenn frau das Rennen nicht gewinnt?
Der Kampf um den Arbeitsplatz wird immer gnadenloser!
DAS ist doch das Problem!
ß ö ä Ä Ö ß ö ä Ä Ö ö Ü Ü ü
Das Ziel von Emanzipation kann schlicht nicht sein, dass Frauen selbst über ihr Leben bestimmen, wenn es dazu führt, das andere - nämlich Männer, die den Spass finanzieren - über ihr Leben nicht mehr selbst bestimmen können.
Wenn man sowohl Männern als auch Frauen die Möglichkeit gibt, nach Belieben für die Kinder jahrelang auf Beruf zu verzichten, gibt es bald niemanden mehr, der arbeitet.
Ich selber habe mich von so einer Frau nach der Unterhaltsrechtsreform getrennt - vor derselben bedeutete Scheidung ja oft den Komplettruin des Mannes. Und kann auch nur die Warnungen der Autorin bestätigen - nicht nur, dass meine Ex ihr Studium verspielt hat. Sie musste auch sehr lange von Hartz-IV leben und arbeitet nun auf einer Stelle, die schlecht bezahlt und weit unter ihrer einstigen Qualifikation liegt. Über die spätere Rente braucht die sich, glaube ich, kaum Gedanken zu machen.
Warum werden solche Artikel gedruckt?