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Erfolgreiche Frauen: Tipps für den Weg an die Spitze
Vorstandvorsitzende eines Motorenbauers oder Strategiechefin der Telekom: Zwölf erfolgreiche Frauen verraten, wie sie es in zumeist männerdominierten Domänen bis nach oben geschafft haben - und geben Tipps für den Aufstieg.
"Sei selbstbewusst", rät Margarete Haase: "Ich bin das beste Beispiel dafür, dass Frauen in Top-Positionen mindestens genauso gut sind wie Männer". Die 56-jährige Managerin ist Vorstand für Finanzen, Personal und Investor Relations beim Motorenbauer Deutz in Köln. In der Wirtschaftskrise half sie, den Traktorspezialisten zu sanieren. Der Turnaround ist gelungen. "Wir haben Strukturen und Prozesse komplett neu gestaltet und verschlankt. Zugleich haben wir uns in der langfristigen Strategie zyklenunabhängiger gemacht und auf Wachstum gesetzt." Das Ergebnis kann sich sehen lassen, meinen zumindest die Börsianer: Der Aktienkurs steigt.
"Verkauf Dich nicht unter Wert", sagt Management-Trainerin Sabine Asgodom. Die Inhaberin der Agentur Asgodom Live! mit Sitz in München schult seit 20 Jahren vor allem Frauen und sagt: "In Sachen Geld sind Frauen manchmal ziemlich naiv". Einer Top-Managerin, die die Kollegen mit einem geringeren Salär abspeisen wollten, riet sie "selbstbewusst nachzuverhandeln. "Mit Erfolg", sagt sie: "Heute verdient sie genauso viel wie die Männer".
"Setz Dir Ziele - und formuliere sie auch laut", sagt Simone Menne. Die 49-Jährige ist seit 20 Jahren bei der Lufthansa und formuliert ihren Machtanspruch ganz klar: "Ich habe lange Zeit und sehr penetrant vielen Leuten gesagt, dass ich Finanzvorstand werden möchte", sagt sie. "Meine Erfahrung zeigt: Nur wenn man deutlich ausspricht, welche Ziele man verfolgt, hat man auch Erfolg." Menne brachte es mit dieser Maxime zum ersten weiblichen Vorstand, den es jemals im Lufthansa-Konzern gab. Sie leitete bislang das Finanz- und Rechnungswesen bei der Hamburger Tochter Lufthansa Technik, jetzt ist sie Finanzvorstand bei der britischen Konzernmarke BMI British Midland. Die macht zurzeit Verluste. Aber schließlich wächst man mit seinen Aufgaben.
"Frauen müssen andere Frauen nachziehen", fordert Maria von Welser, Direktorin beim NDR. Die Erfinderin des Frauenmagazins Mona Lisa begleitet Frauenkarrieren schon seit 30 Jahren. "Es geht zu wenig voran", sagt die Mutter zweier Söhne. Es seien immer noch zu wenig Frauen in Führungspositionen anzutreffen. Was aus ihrer Sicht auch daran liegt, dass Frauen nicht genügend daran arbeiten, sich gegenseitig in den Sattel zu helfen. Die 64-Jährige sagt: "Seid clever, wenn Ihr vorankommen wollt und macht es wie die Männer."
"Sei außergewöhnlich": Anastassia Lauterbach ist die neue Strategiechefin des Telekom-Konzerns. Das Telekommunikations-Unternehmen hat gerade eine Frauenquote eingeführt: Bis 2012 sollen 30 Prozent der Manager Managerinnen sein - und dem Konzern mehr Schlagkraft verleihen. Die gebürtige Russin ist mehrsprachig, und hat in Moskau Slawistik studiert. Ihren Doktortitel erwarb sie in Bonn. Vor ihrer Zeit bei der Telekom arbeitete sie bei der Unternehmensberatung McKinsey. In ihrer Freizeit spielt die 37-Jährige gern und gut Klavier.
"Disziplin", sagt Dorothee Blessing, sei das A und O für eine Frauenkarriere. Vor allem, wenn man wie die 43-Jährige Beruf und Familie - sie selbst hat drei Kinder - unter einen Hut bringen muss. Blessing stammt aus einer berühmten Bankiersfamilie - das aber hat nur am Rande mit ihrem Aufstieg zu tun. Den verdankt die Partnerin der Investmentbank Goldman Sachs ganz allein ihrer eigenen Leistung. Das sagt sie selbst, und das sagen Kollegen.
Antonella Mei-Pochtler, The Boston Consulting Group
"Profiliere Dich und polarisiere", lautet das Credo von Antonella Mei-Pochtler. Die Partnerin der Unternehmensberatung The Boston Consulting Group ist schön, erfolgreich und durchsetzungsstark. "Als Frau musst Du es aushalten, dass Dich manche toll finden - und andere weniger", sagt sie. Everybodys Darling zu sein, sei ein sinnloses Unterfangen. Die Mutter von drei Kindern lebt mit ihrem Mann, einem Unternehmer, in Wien. Sie ist Erfinderin und Organisatorin des Brand Club, einer Markenkonferenz, auf der sich die Top-Executives aus Konsumgüter- und Medien-Industrie treffen.
"Viele Zufälle bestimmen den Weg, den eine Karriere nimmt. Die sollte man ruhig zulassen", sagt Margret Suckale. Die 54-Jährige leitet bei BASF den Bereich Global Human Resources. Die ehemalige Personalchefin der Deutschen Bahn AG studierte Jura in Hamburg und machte einen Master an einer US-Uni sowie in St. Gallen. Ursprünglich wollte sie Richterin werden, doch sie fing dann bei Mobil Oil an, mit späteren Stationen in Kopenhagen, Wien und London. Ihre Vielseitigkeit könnte dazu führen, dass sie bei BASF demnächst in den Vorstand aufrückt.
"Such Dir Mentoren", sagt Schauspielerin und Medizinerin Maria Furtwängler. Sie gilt als Erfolgsmodell der deutschen Gesellschaft, die spielend Kinder und Karriere unter einen Hut bringt. Einen einflussreichen Mentor hat sie auch: Ihrem Mann Hubert Burda gehört der gleichnamige Medienkonzern. Bis ihr Sohn Jacob Burda theoretisch so weit wäre, das Unternehmen zu übernehmen, vergeht noch eine Weile. Der Filius ist erst 20. Insider fragen sich, ob Furtwängler aus diesem Grund vielleicht eine familiäre Generationen-Brücke schlagen könnte - und ob Burda einen Familienbeirat installiert.
"Spannt die Väter mehr ein", rät Ulrike Detmers. Die Chefin des Backwaren-Produzenten, Mestemacher verleiht den Titel "Spitzenvater des Jahres" - "damit endlich auch Männer gleichwertig in Erziehung und Familienarbeit eingebunden werden. Jährlich gibt die erfolgreiche Unternehmerin außerdem den Mestemacher Frauenkalender heraus. Wer dabei als Vorbild den Pirelli-Kalender im Verdacht hat, liegt falsch: Abgebildet und portraitiert werden herausragende Frauenpersönlichkeiten und ihre berufliche Leistung. Mit von der Partie: Angela Merkel und Beate Uhse.
"Bildet Netzwerke", empfiehlt Gabriele Stahl, Headhunter bei der Personalberatung Odgers Berndtson. Eine kürzlich von ihr durchgeführte Befragung von 49 Top-Managerinnen förderte zutage, dass die Mehrheit der Teilnehmerinnen ihr Netzwerk für "unzureichend" und für ihre momentane Karrieresituation als "unzureichend" ansah. "Das muss sich ändern", sagt Stahl: "Frauen sollten das Bilden von Seilschaften nicht länger als Vetternwirtschaft empfinden".
"Sei Quotenfrau", sagt Jella Benner-Heinacher, Geschäftsführerin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Früher habe sie die Diskussion um Frauenquoten für absurd gehalten. "Ich wollte einzig und allein an meiner Qualifikation gemessen werden". 20 Jahre im Beruf hätten sie jedoch gelehrt, dass es oft nicht darum ginge, sondern dass die besseren Beziehungen zählten. "Heute ist es mir überhaupt nicht mehr peinlich, als Quotenfrau eingestuft zu werden, sondern eine Chance um zu zeigen, was ich kann."
Eine Fotostrecke in Zusammenarbeit mit Capital. Mehr zum Thema lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins. Und auf capital.de können Sie mit anderen Usern diskutieren, ob wir eine Frauenquote brauchen.
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... das neue Unterhaltsrecht, also muss es stimmen!'?
Hanka
am 24.11.10 um 17:17
Ich kann mich nur den anderen Kommentatorinnen anschließen: die Beispiele sind wenig repräsentativ, sie sind auch nicht hilfreich. Im Gegenteil, Brigitte erhöht mit solchen Beispielen nur den Druck auf „normale“ Frauen mit normalen Möglichkeiten.
Wie wäre es mit konstruktiven Ratschlägen? Was soll man beispielsweise tun, wenn man über Wochen nicht genügend Schlaf bekommt, weil man ein Schreikind hat oder die Kinder abwechselnd krank werden, man bei der Arbeit aber volle Leistung bringen muss, um die Vertragsverlängerung zu bekommen, die Großeltern nicht einspringen können, weil sie selbst noch arbeiten, der Mann unter der Woche ans andere Ende der Republik pendeln muss und man sich keine Kinderfrau leisten kann, weil der Ausbau des Gästehauses leider ein Loch in die Haushaltskasse gefressen hat? ? [Ironie!] Soll frau sich etwa sagen: 'Die Powerfrauen in der Brigitte haben's geschafft. Es liegt also immer nur an der einzelnen Frau, das sagt schließlich auch das neue
Timea
am 17.10.10 um 10:57
Das Hauptproblem für Frauen sind nach wie vor mittelmässige Männer, die vor keinen Hinterhältigkeiten zurückschrecken, um Frauen am Weiterkommen zu hindern. Und zwar gerade kinderlose, nicht verheiratete Frauen, die sind ohnehin das grosse Feindbild für die Herren. Es braucht mehr Frauen, die konsequent Frauen fördern. Auch da hapert's nämlich.
Und, Brigitte, bei den nächsten solchen Frauen bitte keine Erbinnen, keine, die VIPs geheiratet haben sondern Frauen, die es mit persönlichem Einsatz geschafft haben.
Kassandra
am 13.08.10 um 11:45
Wirklich lustig diese illustre Damenschar. Sabine Asgedom kenne ich von einem Seminar und finde sie klasse! Aber den Rest kann ich nicht ganz ernst nehmen, weil diese Damen sicher nicht den Schnitt unserer Gesellschaft repräsentieren, was Background betrifft. Klar, wenn mein Mann Hubert Burda heißt... da ist einiges möglich... Ein guter Tipp: Such dir erst mal einen Mann der die finanziellen Mittel hat, dir den Rücken freizuhalten Kinder und Karriere und Haushalt unter einen Hut zu bringen. Dann kanns los gehen
zwitschermaschine
am 08.07.10 um 13:35
Sehr erhellend, das ganze. Wenn mein Mann zufälligerweise Hubert Burda heisst, kann ich freilich "spielend Kind und Karriere vereinen". "Sei außergewöhnlich" muss wohl in vielen Unternehmen durch "sei stromlinienförmig" ersetzt werden, in Konzernen sowieso. Und dass Karrieren von ZUfall und von Kontakten bestimmt werden, ist eigentlich auch irgendwie klar ... mehr Nutzwert, bitte, Brigitte.
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am um
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Hanka
am 24.11.10 um 17:19
... das neue Unterhaltsrecht, also muss es stimmen!'?
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Hanka
am 24.11.10 um 17:17
Ich kann mich nur den anderen Kommentatorinnen anschließen: die Beispiele sind wenig repräsentativ, sie sind auch nicht hilfreich. Im Gegenteil, Brigitte erhöht mit solchen Beispielen nur den Druck auf „normale“ Frauen mit normalen Möglichkeiten.
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Timea
am 17.10.10 um 10:57
Das Hauptproblem für Frauen sind nach wie vor mittelmässige Männer, die vor keinen Hinterhältigkeiten zurückschrecken, um Frauen am Weiterkommen zu hindern. Und zwar gerade kinderlose, nicht verheiratete Frauen, die sind ohnehin das grosse Feindbild für die Herren. Es braucht mehr Frauen, die konsequent Frauen fördern. Auch da hapert's nämlich.
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Kassandra
am 13.08.10 um 11:45
Wirklich lustig diese illustre Damenschar. Sabine Asgedom kenne ich von einem Seminar und finde sie klasse! Aber den Rest kann ich nicht ganz ernst nehmen, weil diese Damen sicher nicht den Schnitt unserer Gesellschaft repräsentieren, was Background betrifft. Klar, wenn mein Mann Hubert Burda heißt... da ist einiges möglich... Ein guter Tipp: Such dir erst mal einen Mann der die finanziellen Mittel hat, dir den Rücken freizuhalten Kinder und Karriere und Haushalt unter einen Hut zu bringen. Dann kanns los gehen
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zwitschermaschine
am 08.07.10 um 13:35
Sehr erhellend, das ganze. Wenn mein Mann zufälligerweise Hubert Burda heisst, kann ich freilich "spielend Kind und Karriere vereinen". "Sei außergewöhnlich" muss wohl in vielen Unternehmen durch "sei stromlinienförmig" ersetzt werden, in Konzernen sowieso. Und dass Karrieren von ZUfall und von Kontakten bestimmt werden, ist eigentlich auch irgendwie klar ... mehr Nutzwert, bitte, Brigitte.
mehr (5)Wie wäre es mit konstruktiven Ratschlägen? Was soll man beispielsweise tun, wenn man über Wochen nicht genügend Schlaf bekommt, weil man ein Schreikind hat oder die Kinder abwechselnd krank werden, man bei der Arbeit aber volle Leistung bringen muss, um die Vertragsverlängerung zu bekommen, die Großeltern nicht einspringen können, weil sie selbst noch arbeiten, der Mann unter der Woche ans andere Ende der Republik pendeln muss und man sich keine Kinderfrau leisten kann, weil der Ausbau des Gästehauses leider ein Loch in die Haushaltskasse gefressen hat? ? [Ironie!] Soll frau sich etwa sagen: 'Die Powerfrauen in der Brigitte haben's geschafft. Es liegt also immer nur an der einzelnen Frau, das sagt schließlich auch das neue
Und, Brigitte, bei den nächsten solchen Frauen bitte keine Erbinnen, keine, die VIPs geheiratet haben sondern Frauen, die es mit persönlichem Einsatz geschafft haben.