Die Stunde der Frauen

Frauen in Chefetagen: "Man muss auch mal Dinge delegieren"

Die meisten Unternehmen haben kapiert, dass sie mehr weibliche Mitarbeiter, auch in den Chefetagen, brauchen. Und wie ist es, wenn man oben angekommen ist? Sechs Frauen erzählen von ihrem Leben an der Spitze.

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Angela Cackovich, 44, Celanese: "Mein Mann nahm drei Jahre Elternzeit"

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Angela Cackovich, 44, Celanese: "Mein Mann nahm drei Jahre Elternzeit"


Familienstand: verheiratet, zwei Töchter, 7 und 11 Jahre. Position: Geschäftsführerin von Clarifoil, ein eigenständiges Unternehmen der Celanese-Gruppe (Chemie-Industrie). Aufgabe: verantwortlich für Produktion, Verkauf, Marketing, Forschung, Finanzen, Personal. Größe des Teams: 80 Mitarbeiter. Ausbildung: Chemieingenieur-Studium, Marketing-MBA, Master International Finance. Arbeitzeitmodell: immer Vollzeit.

Die größte Hürde auf dem Weg nach oben... war das erste Kind. Sechs Monate nach der Geburt kam unsere Tochter in die Krippe. Die Erzieherinnen gaben mir das Gefühl, eine schlechte Mutter zu sein. Ich habe auch Freundinnen verloren, das war hart.
Ich habe Karriere gemacht, weil... bei Celanese Männern und Frauen tatsächlich die gleichen Chancen eingeräumt werden. Beim Vorstellungsgespräch vor vier Jahren etwa wurde ich nicht gefragt, ob ich Kinder habe und wie ich das schaffe. Bei anderen Firmen kam das immer.
Mein wichtigster Unterstützer ist... mein Mann. Er hält mir den Rücken frei und kümmert sich um unsere Kinder. Wenn er nicht wäre, könnte ich den Job nicht machen.
Typische Frauenprobleme.. erleben wir gerade bei meinem Mann. Er nahm nach der Geburt unserer zweiten Tochter drei Jahre Elternzeit. Sein damaliger Chef kam damit überhaupt nicht klar. Mein Mann hat deshalb gekündigt. Aber einen anspruchsvollen Job zu finden, bei dem man um fünf Uhr gehen kann, ist für Männer noch schwerer.
Gleichberechtigung muss... auch von den Frauen ausgehen. Viele trauen sich zu wenig zu. Wenn ich eine Stelle ausgeschrieben habe, hatte ich oft kaum die Auswahl, Frauen einzustellen - weil sich zu wenige bewerben.
Ich ärgere mich... darüber, dass ich mir zu viel zu Herzen nehme. Männliche Kollegen haben ein dickeres Fell.

  • BRIGITTE Heft 14/2011
Letzte Kommentare
  • Franziska
    am 02.07.11 um 10:47
    Dieser Artikel ist total beleidigend!
    Das absolute Highlight: „ Ob Migrationshintergrund, abgebrochene Schullaufbahn oder weiblich – jede und jeder hat die gleichen Chancen.“. Da fasse ich mir echt an den Kopf! Und nein, ich bin nicht neidisch! Ich habe es nämlich geschafft, meinen Universitätsabschluss in Rekordzeit hinzulegen, mein 4-Kilo-Kind aus eigener Kraft ganz ohne Hilfsmittel auf die Welt zu stemmen und mein Geld erfolgreich als Freiberuflerin zu verdienen, dank Betreuung per Kinderkrippe.
    Angeblich so tolle und erfolgreiche Frauen, die ihre Kinder in Betriebskindergärten, bei Nannys oder den ach so gezielt ausgewählten und gut betuchten Ehemännern abgeben und sich brüsten, dass sie ja alles so toll hinkriegen, sind ein Tritt in den Allerwertesten der Frauen, die wirklich alles geben!
    Und Väter, die Elternzeit nehmen, sind grundsätzlich eine tolle Sache, aber eben auch nicht die Pauschallösung schlechthin. Damit schieben wir unsere Verantwortung nur weiter,
  • annarchie
    am 27.06.11 um 15:38
    Unsere Gesellschaft hat es nicht geschafft aus der schulischen Leistung der Frauen Profit zu schlagen. Unsere Gesellschaft schult, lehrt und bildet Frauen aus und sobald sie ein Kind auf die Welt gebracht haben sind sie vergessen und an den Herd gefesselt, weil niemand außer ihnen daran gedacht hat und auch nicht denkt, dass Kinder Arbeit und Zeit brauchen, am wenigsten die arbeitende und dafür Geld verdienende Bevölkerung.

    Die Arbeitskultur der Frauen krankt nicht
    - an den zu zögerlichen Frauen, wenn es um Arbeit geht,
    o sondern an den zu zögerlichen Männern, wenn es um Familie geht,
    - nicht an der fehlenden Elternzeit der Frauen,
    o sondern an der fehlenden Eltern- und Familienzeit der Männer,
    - nicht am Familiengründungswillen der Frauen,
    o sondern an der Familienbeteiligung der Männer,
    - nicht an den Teilzeitjobs der Frauen,
    o sondern an den Teilzeitjobs der Männer,
    - nicht an den fehlenden Frauenseilschaften,
    o sondern an den patriarchalen Gedank

  • Sabine
    am 22.06.11 um 10:31
    Und noch was: schaut euch doch mal Angela Merkel an, die Frau in der ultimativen Fürhungsposition. Die ist so unförmig und sieht so ungesund aus! Die bräuchte mal ganz dringend einen Personal Trainer und ein ausgewogenes Sportprogramm. Aber dafür hat sie vermtlich bei ihrem Job gar keine Zeit. Karriere auf Kosten der Gesundheit? Ein hoher Preis, finde ich.
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