Annette Schavan will mehr Frauen in technischen Berufen
Will Hemmschwellen abbauen: Ministerin Dr. Annette Schavan
BRIGITTE: Sie starten gerade eine große Offensive, einen nationalen Pakt, um mehr Frauen für "MINT"-Berufe zu begeistern - also für alle Jobs, die mit Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu tun haben. Warum?
Annette Schavan: Weil in diesen Branchen die Musik spielt. Hier gibt es beste Chancen in den interessantesten Berufen - und gerade hier fehlen die Begabungen von Frauen. Da müssen wir etwas tun. Die Wirtschaft braucht diese Talente, auch die Naturwissenschaften. Aber es gibt anscheinend immer noch Hemmschwellen.
BRIGITTE: Und woran liegt das?
Annette Schavan: Frauen fragen sich zu oft: Kann ich das wirklich? Sie unterschätzen ihre Talente, ihnen fehlen Bilder und Vorbilder. Wer kennt beispielsweise die Faszination der Laser-Technologie? Mathematiker sprechen von der Schönheit der Mathematik - nur ist die vielen bisher verschlossen geblieben.
BRIGITTE: Eine junge Frau, die Elektrotechnik studiert, erzählte: Auf Partys ist alles bestens - bis sie ihr Studienfach erwähnt. Das sei so unsexy, dass sie sich sofort abgeschrieben fühle. Wie wollen Sie das ändern?
Annette Schavan: (Lacht) Erst die Schönheit der Mathematik und nun die Frage: Wie mache ich Technik sexy? Fragt man Abiturientinnen, was sie später mal machen möchten, kommt ganz oft: irgendwas mit Menschen, irgendwas mit Medien. Das gilt als sexy. Ganz selten sagt eine: Irgendwas mit Technik. Solche Berufe umgibt oft noch eine altmodische Aura - ein dunkles Labor, in dem man allein bis nachts vor sich hin forscht. Da müssen neue, der heutigen Zeit angemessene Bilder in den Köpfen entstehen.













