Experten-Tipps: Probleme im Job. Und jetzt?

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Ausbildung ohne Ende?

Ich habe ein angeschlossenes Jurastudium und während meiner Wartezeiten aufs Referendariat in einer amerikanisch-japanischen Firma gearbeitet, u. a. im Ausland. "Sie sollten noch ein BWL-Studium draufsatteln", hat man mir bei einer Bewerbung geraten. Was muss man denn noch alles tun, um einen Job zu bekommen?

Annedore Bröker, Hochschulteam der Arbeitsagentur* Hamburg:

Solche nassforschen "Empfehlungen" erteilen gern Leute, die seit Ewigkeiten fest im Sattel sitzen und selbst nicht annähernd die Qualifikation mitbringen, die sie fordern. Es bringt nämlich nichts, sich doppelt und dreifach zu qualifizieren. Ich rate eher zu einem klar definierten Schwerpunkt während der Ausbildung oder des Studiums und zu Praktika, die sich auf diesen Schwerpunkt beziehen. Damit zeigen Bewerberinnen, dass sie wissen, was sie wollen. Und sie haben allen Grund, auch mehr Selbstbewusstsein an den Tag zu legen: Wer sich an der Uni durchgebissen und nebenher auch noch gejobbt hat, bringt Kompetenzen mit, die viel wichtiger sind als spezielle Fachkenntnisse – zum Beispiel hohe Belastbarkeit, Organisations- und Improvisationstalent, Selbstmotivation, Lernfähigkeit. Genau das sollte in einer Bewerbung dann auch klar herausgestrichen werden.

* www.arbeitsagentur.de

Wann ist Feierabend?

Ich liebe meinen Job und merke abends oft gar nicht, wie spät es schon wieder ist. Mein Mann ist viel weniger an seinem Beruf interessiert und zeigt kaum Verständnis für meinen Ehrgeiz. Einerseits will ich in meiner Karriere nicht zurückstecken, andererseits will ich aber meine Beziehung auch nicht aufs Spiel setzen. Wie komm ich raus aus dieser Zwickmühle?

Monika Becht*, Inhaberin der Karriereberatung "YouCan" in Frankfurt:

Vielleicht erlebt Ihr Mann Ihre Überstunden und Ihr Engagement als Stress und Belastung – und nicht als Freude am Job. Besonders nach langen Arbeitstagen neigen wir ja oft zu negativen Signalen: zu viel zu tun, unfähiger Vorgesetzter, nervige Kollegen, das Gefühl, dass einem alles zu viel wird... Über positive Erlebnisse sprechen wir in der Regel viel weniger. Sie sollten versuchen, gerade über diese Aspekte Ihres Jobs mit Ihrem Mann zu sprechen: die Freude an einem Projekt, das Sie aktuell betreuen und erfolgreich abgeschlossen haben, die gute Stimmung im Team oder den Motivationsschub durch einen neuen Vorgesetzten. Ihr Mann muss ja nicht gleich Ihren Ehrgeiz und Ihre Begeisterung auf seinen eigenen Beruf übertragen, aber er wird Sie besser verstehen. Und was noch wichtiger ist: Erst wenn er Ihre Berufswelt durch Ihre Erzählungen besser kennen gelernt hat, kann er Sie unterstützen. Zum Beispiel, wenn Sie ein Problem haben, das Sie mit jemandem besprechen wollen, der Sie sehr gut kennt, aber nicht mit Ihnen zusammenarbeitet. Wenn Sie Ihren Arbeitsstil reflektieren möchten oder wenn Sie einfach mal eine Vision über Ihre berufliche Zukunft entwickeln und darüber nachdenken wollen, welche Anforderungen Sie dabei meistern müssen. Als kompetenter Gesprächspartner wird Ihr Mann dann viel eher bereit sein, Sie in Ihren Ambitionen zu unterstützen.

"Smart Leadership" (Moderne Industrie, 19,90 Euro)

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  • Artikel vom 09.03.2006
  • Texte: Silke Kienecker, Mark Kuntz, Ingrid Ostlender, Barbara Voigt, Harriet Wolff, Franziska Wolffheim. BRIGITTE Heft 06/2006
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