Zwei Frauen, ein Chefsessel
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Das größte Lob für ihre Arbeit ist, dass ihnen gemeinsam ein neuer Chefposten angeboten wurde. Ihr Vorgänger hat die elfköpfige Abteilung Finanzen und Kapitalanlagestrategien bei Unilever 25 Jahre lang betreut. Jetzt werden zwei Frauen gebraucht, die frische Ideen haben: eine Pragmatische, die schnelle Entscheidungen mag, und eine Analytikerin, die ein Thema einkreist, bevor sie etwas auf den Punkt bringt. "Es ist nicht ausschlaggebend, ob man ähnlich oder unterschiedlich ist. Wichtig ist, dass man gemeinsame Ziele verfolgt. Und niemals gegeneinander arbeitet. Unter Frauen können Ehrgeiz und Konkurrenz ein schwieriges Thema sein. Das ist tödlich", sagt Elisabeth Stute ernst.
Später erzählt Sybille Hartmann von einer Feier im Kindergarten, bei der eine Mutter einen Kuchen wieder mitnehmen musste - nur, weil er nicht selbst gebacken war. Sie rahmt die Geschichte mit ihrem raumgreifenden Lachen ein, und in dem schmucklosen Büro klingt sie wie ein Märchen aus Absurdistan. Dann treten die beiden Frauen ans Fenster. Der Himmel über der Stadt ist strahlend blau, heute ziehen besonders viele Dampfer über die Alster. Die zwei sehen sehr zufrieden aus: Sybille Hartmann und Elisabeth Stute sind angekommen. Da besteht wirklich überhaupt kein Zweifel.
Top-Sharing: Gemeinsam an die Spitze
Kinder bedeuten für viele Frauen noch immer einen Karriereknick - das belegt eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung und der Europäischen Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft (EAF). Ein neues Modell zur Vereinbarkeit von Familie und Führungsposten ist das so genannte Top-Sharing. In diesem Modell teilen sich zwei Frauen einen Chefposten meist zu je 50 Prozent. Die Unternehmensberatung JKK Consulting beschreibt Chancen und Risiken in einer Broschüre anhand von drei Praxisbeispielen und gibt Tipps, die Top-Sharing-Interessierten helfen, ihre Vorstellungen einzuschätzen. Zentral ist, dass beide Partner Begriffe identisch definieren. Wichtig sind weiter klare Absprachen über Arbeitszeit und über den Informationsfluss. Karrierestrategien für Frauen mit Kindern sind wichtig, auch das zeigt die EAF-Studie. Sie bestätigt, dass viele Paare bei der Geburt eines Kindes auf klassische Mann-Frau- Rollen zurückgreifen, und belegt, wie stark diese Entscheidung die Frauenkarrieren nach dem Wiedereinstieg in den Beruf beeinträchtigen kann.













