Sicher, es kommt darauf an, in welcher Verfassung wir uns an einem Montagmorgen befinden, welche Art von persönlicher Montagmorgen-Stimmung die Montagmorgen- Stimmung an und für sich überlagert. Das verändert unseren Blick auf die Dinge um uns herum – und auf die Kollegen, denen wir begegnen. Nehmen wir mal einen, vorsichtig formuliert, nicht so dollen Montagmorgen. Es laufen auf:
Controller Graumann, der uns auf unser frisches "Guten Morgen, schönes Wochenende gehabt?" ein grau-leidendvorwurfsvolles "Überwiegend im Büro verbracht, ist ja einiges liegen geblieben an Arbeit, macht sich ja nicht von allein. Und selbst? Segeln gewesen?" entgegengrantelt. Am Kaffeeautomaten treffen wir Kollegin Hübner aus der Innenverwaltung, die zwar wie immer mit Kaffee und Zigarette dasteht, allerdings gar nicht gut aussieht und auf Nachfrage mitteilt, sie wäre besser gleich im Bett geblieben, die letzte Nacht sei der reine Horror gewesen, Antibiotika würden bei ihr schon lange nicht mehr anschlagen, ob jemand einen guten Heilpraktiker wüsste? Office-Managerin Cernatzke will von so was gar nichts wissen, läuft mit einem Stapel Unterlagen zum Kopierer, zeigt beim Papiernachlegen auf ihre Armbanduhr und ruft uns zu: "Um zehn beim Chef, wir sollten uns doch Gedanken über USBZ 11 machen, schon vergessen?"
"Um elf Gedanken machen über den Chef, wegen USBZ 10", ulkt Disponent Kober, über dessen Scherze schon lange niemand mehr lacht, der aber beharrlich dagegen anwitzelt. "Mir ist schlecht", fasst Kollegin Hübner bündig zusammen und nippt verzagt an ihrem Kaffee.
Mir auch, möchte man bestätigen, auf dem Absatz kehrt machen und wieder heimgehen. Dabei hat die Woche doch gerade erst angefangen.













