Überwachung am Arbeitsplatz

Schlecker-Mitarbeiterin: Ich werde bespitzelt!

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Und das sagt Schlecker zu der Geschichte

. . . den als bedrohlich empfundenen Alleinbesetzungen in den Filialen: "Bei einer ständigen Mehrfachbesetzung über die gesamte Öffnungszeit wären viele Schlecker-Märkte wirtschaftlich nicht mehr rentabel zu führen."

. . . dem fehlenden Alarmknopf an der Kasse: Notfall- Alarmknöpfe würden derzeit "in immer mehr unserer Verkaufsstellen eingerichtet, wobei die Priorität sich nach dem Gefährdungsgrad richtet"

. . . der Behinderung von Betriebsratsgründungen durch Versetzungen von Mitarbeiterinnen in andere Filialen: "Betriebsräte sind heute bei Schlecker völlig alltäglich. Stattfindende Versetzungen sind sachlich begründet."

. . . der heimlichen Bespitzelung der Verkäuferinnen durch Detektive: "Nur bei begründetem Verdacht auf Diebstahls- oder Unterschlagungsdelikte durch Mitarbeiter finden in Einzelfällen sorgfältig abgewogene Kontrollen in angemessener Form statt. (...) Externe Ermittler werden bedarfsweise zur Bekämpfung des Ladendiebstahls eingesetzt. In diesen Fällen wird das Verkaufsstellenpersonal stets vorab informiert."
Hierzu Ulrich Dalibor, Bundesfachgruppenleiter Einzelhandel bei Verdi: "Das gilt nur in Filialen, in denen die Betriebsräte das vorher so mit Schlecker abgestimmt haben. Aus anderen Verkaufsstellen wurde uns dagegen immer wieder von verdeckten Bespitzelungsaktionen, zum Beispiel durch heimlich montierte Kameras oder durch Detektive hinter den Regalen, berichtet."

. . . der Praxis mancher Vorgesetzter, abgelaufene Waren zurückzustellen, um die Verkäuferin zu belasten: "Leider wird dieser Vorwurf immer wieder in pauschaler und unbewiesener Form wiederholt. Er ist haltlos. (...) Wir fordern die Urheber der Vorwürfe prinzipiell auf, uns Namen zu nennen, um eine Überprüfung zu ermöglichen."
Hierzu Ulrich Dalibor von Verdi: "Keine Mitarbeiterin würde öffentlich irgendwelche Namen nennen. Die Angst, den Job zu verlieren, ist zu groß."

Das Unternehmen Schlecker

10 600 Filialen hat Schlecker in Deutschland, 14 000 im europäischen Ausland. Trotz harter Konkurrenzkämpfe ist das vom Ehepaar Anton und Christa Schlecker geleitete Unternehmen noch immer deutscher Marktführer bei den Drogerie-Discountern.

Die Kosten für Personal und Ladenausstattung werden so niedrig wie möglich gehalten: Nur rund 40 000 Beschäftigte arbeiten in den deutschen Filialen, etwa 80 Prozent davon in Teilzeit. Alleinbesetzungen sind damit die Regel, entsprechend groß das Risiko von Überfällen.

Immer wieder wird Schlecker deshalb von der Gewerkschaft Verdi kritisiert. Vorgeworfen wird dem Unternehmen von Verdi auch ein repressives Vorgehen gegenüber Mitarbeitern, die Betriebsräte gründen wollen. Tatsächlich gibt es bisher nur in 112 von 327 möglichen Bereichen eine Arbeitnehmervertretung.

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

vielen Dank für Ihre zahlreichen Kommentare zu diesem Text.

Leider war es technisch nicht möglich, sie bei unserer Umstellung auf das neue Design mitzunehmen.

Herzliche Grüße,

Ihr Team BRIGITTE.de

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  • Artikel vom 19.07.2008
  • Protokoll: Kristina Maroldt
    ein Artikel aus der BRIGITTE 16/08
    Foto: Nopileon/Photocase.com
Letzte Kommentare
  • fledermaus
    am 14.01.12 um 20:23
    Hi Leute!
    Bis vor kurzem war ich noch der Meinung,das es mir bei Schlecker eigentlich gut geht.Lohn kommt pünktlich und arbeitszeiten stimmten auch.
    So nun nicht mehr.
    Ich mußte ungewollt als Springer raus,obwohl mein Laden noch besteht.
    Am Anfang lief auch alles gut.
    Jetzt habe ich eine neue BL bekommen und alles ist Scheiße.
    Meine Wünsche zwecks Arbeitplan und Urlaub werden nicht mehr berücksichtig.
    Das Unternehmen steht nicht mehr hinter uns,obwohl es---- es sagt.
    TRAURIG,weil wir es zu dem gemacht haben,was es jetzt ist
  • Lisa
    am 28.12.11 um 13:33
    Schlecker ist cooool, die Eigenmarke ist totaal GUT ! :)
  • Laura
    am 13.12.11 um 17:30
    Schlecker ist ein knallharter Arbeitgeber.Ich wurde selber schon mehrfach überfallen und wurde dabei auch verletzt.Jeden Tag zittert man im Laden und betet das kein "Fremder" mehr in den Laden kommt.Ich verstehe nicht, das diese Thematik ausgerechnet von Mitarbeiterinnen heruntergespielt wird.Und das ist ja nicht nur "irgendein " Nachteil im Job, sondern es schränkt einen erheblich ein, immer in Angst arbeiten zu müssen.Und es lockt auch nicht den Täter an sich an, nur weil man darüber berichtet, sondern es sind die Leute vor Ort, die ja bemerken, das man nur alleine da steht und dann auch mal spontan reinkommen und einen belästigen, klauen und Angst einjagen.Von den Schikanen der Vorgesetzten will ich gar nicht erst anfangen.Den Betriebsrat gibt es erst einige Jahre, ich habe noch die Zeit miterlebt als man von den Bezirksleitern noch angeschrien und beleidigt wurde, weil man die Arbeit einfach nie geschafft hat oder nur in der Freizeit, trotz Fleiß.
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