So hilft Sport im Job

Mehr Ausdauer, mehr Konzentration, mehr Rückgrat: Welcher Sport im Job hilft.

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Das Tor ist das Ziel. Zumindest bei Torwart-Titan Oliver Kahn. Er fordert die Leser seines Bestsellers "Ich - Erfolg kommt von innen" auf, ein Tor zu malen, ein Ziel hineinzuschreiben und nicht eher aufzugeben, bis der Ball im Kasten ist. Klar ist das platt. Trotzdem bleibt man dran, wenn Kahn die Bilder beschreibt, mit denen er Erfolg visualisiert. Sofort sieht man ihn im Tor stehen, Kaugummi kauend, die Ruhe selbst. Wie lässig wäre es, den stressigen Präsentationstermin genau in dieser Haltung hinter sich zu bringen? Oder die Killerfrage im nächsten Bewerbungsgespräch ebenso stoisch zu erwarten. Einen Moment lang scheint alles einfach, so beim Lesen auf dem Sofa. Die Parallele zwischen Sport und Berufsleben trägt, wir fühlen uns energiegeladen, werden ab jetzt alles sportlicher nehmen. Zurück im Büro, wird es komplizierter: Soll man sich jetzt bei jeder E-Mail in den Schlamm schmeißen, nur weil Kahn absoluten Einsatz fordert?

Eher nicht. Der Vergleich mit Profisportlern hinkt. Schließlich müssen die sich ständig zu absoluten Höchstleistungen motivieren. Uns reicht es dagegen meist völlig, in solider mittlerer Flughöhe durch den Arbeitstag zu segeln. Klar, wir lesen genau deshalb die Bücher großer Sportler, weil ihre Leistungen fast schon unheimlich sind. Doch Bewunderung hilft für den Alltag wenig. Und Lesen auch nur begrenzt. Ein viel besseres Training für den Job ist es, selbst Sport zu machen. Denn dabei lernt man eine Menge, was zwischen Aktenstapeln und Meetings enorm hilfreich sein kann: Lockerheit, Zielstrebigkeit und Teamfähigkeit zum Beispiel.

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  • Text: Anne Otto
    Illustration: Bea Wagner
    Ein Artikel aus der BRIGITTE Balance 01/09
Letzte Kommentare
  • elinborg
    am 28.04.09 um 18:26
    Das wäre das Letzte, was mir einfiele: Eine Sportart zu beginnen, um meinen Arbeitgeber oder Kollegen zu beeindrucken. Ich muss nicht Volleyball spielen, bloß weil ich teamfähig sein möchte. Und die Manager im Hochseilgarten - das ist doch auch ein alter Hut.

    Sport hilft mir schon, ja. Stresshormone abbauen, das Wohlbefinden steigern, mich fit halten, klar. Oft denke ich, meine Zeit im Schwimmbad müsste mir eigentlich mitbezahlt werden, weil ich dadurch meine Arbeitskraft wieder herstelle und orthopädischen Schäden, die ja sehr häufig zu Berufsunfähigkeit führen, vorbeuge. Aber ich weigere mich strikt, mein Selbstbewusstsein aus irgendwelchen sportlichen Leistungen zu beziehen. Das brauche ich nicht, Punkt. Mir genügt es völlig, wenn ich mich wohlfühle.

 
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