Der Münzdurchfall
Eine Million Verkaufsautomaten spucken in Deutschland Zigaretten, Cola oder Fischköder gegen Münzen aus. Doch ein paar zehntausend Mal täglich fallen echte Geldstücke einfach durch. Das Problem nervt seit mehr als hundert Jahren: 1887 stellte der Süßkramkonzern Stollwerck den ersten Verkaufsautomaten (für Schokolade!) in Deutschland auf und 1888 konnte man in New Yorker U-Bahnhöfen Kaugummis am Automaten ziehen.
Sieben Jahre später klagte der Automatengeschädigte Benjamin Reich der New York Times sein Leid: "Ich habe Penny um Penny eingeworfen, gute, ordentliche Münzen, und alles, was ich dafür bekommen habe, war das Vergnügen, gegen die Maschine gehämmert und dabei meine Hand leicht verletzt zu haben."
Die Kratzspuren auf heutigen Verkaufsautomaten dokumentieren, dass dieses alte Problem immer noch auftritt: die Münzverweigerung. Warum eigentlich? "Zum einen sind Münzen mit einem gewissen Toleranzspielraum geprägt, und durch die Abnutzung im Geldverkehr kommt es dann zu erstaunlichen Schwankungen - echte Euromünzen sind ganz unterschiedlich schwer und dick. Deshalb schlagen Münzprüfer auch bei manchen echten Münzen Fehlalarm" erklärt Burkhard Armborst, Sprecher des Automatenbetreibers Tobaccoland. Der verkauft jährlich 175 Millionen Zigarettenpackungen an mehr als 100.000 Automaten.
Die Kratzspuren belegen auch, dass sich ein Mythos hertnäckig hält: dass es hilft, die Münzen an Metall zu reiben. Stimmt aber nicht, sagt Armborst: "Das Rubbeln hilft gar nicht."
Tipp: Aber es hilft, die einmal abgewiesene Münze noch einmal einzuwerfen. Denn wenn Gewicht, Masse und Material der Münze ganz nah an der Toleranzschwelle des Prüfers sind, kann er sie beim zweiten Versuch durchaus akzeptieren - egal ob man davor rubbelt oder nicht.












Wenn man schon von den Kollegen vom Spiegel abschreibt, dann sollte man doch wenigstens ein paar Wochen vergehen lassen. Die Leser merken es dann vielleicht nicht so leicht.