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Sexualisierte Gewalt
Sexueller Missbrauch: "Die Politik verhöhnt die Opfer"
Als 2010 eine Reihe von Missbrauchsskandalen bekannt wurde, gründete sich der "Runde Tisch". Sein Ziel: Die Situation der Opfer von sexuellem Missbrauch zu verbessern. Was ist seitdem passiert? Erschreckend wenig - Opferorganisationen sind schockiert über den Mangel an politischer Unterstützung. BRIGITTE.de sprach mit Ursula Enders, Leiterin der Beratungsstelle "Zartbitter", über die fehlende Umsetzung von Versprechungen.
"Die Ergebnisse hier (in Deutschland) sind Häufigkeiten zwischen 12,5 % und 29 % bei Frauen und zwischen 4 % und 8,2 % bei Männern." (Quelle: Prof. Dr. Peter Zimmermann unter Mitarbeit von Dr. Anna Neumann Dipl.-Psych. Fatma Çelik: Sexuelle Gewalt gegen Kinder in Familien Expertise im Rahmen des Projekts „Sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Jungen in Institutionen".)
In der Regel sind die Täter zu ca. 97% Männer. Bei 16,5 % kommt man auf eine Zahl von männlichen Tätern, die 6.562.000 beträgt und bei 37,2 % auf 14.794.000 Männer, die sexuell missbraucht haben - wer berichtet eigentlich über dies
"Die Politik", das sind doch die von uns gewählten PolitikerInnen. Und die tun das, was ihnen zweckmäßig erscheint. Politik ist immer ein Abwägen von Interessen und Machtverhältnissen, viel Taktiererei. Das eigentliche Problem der Missbrauchsopfer ist, dass sie als schwächliche, bedürftige Randgruppe wahrgenommen werden. Und als ideale Projektionsfläche für allerlei Lebensängste.
Dabei sind wir sehr viele und überall. Auch im Abgeordnentenhaus, im Bundestag und den Ministerien wird Statistik Statistik sein und mind. jede achte Person Opfer schweren Missbrauchs in der Kindheit. So wie es beim Rest der Bevölkerung auch ist.
Erst wenn eine kritische Masse von Missbrauchsbetroffenen sich auch öffentlich als solche zeigt, wird sich etwas verändern.
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick, eine von über 7 Millionen Wahlberechtigten in unserem Land, die in der Kindheit Opfer schweren sexuellen Missbrauchs wurden