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Gerhard Amendt: "Schafft die Frauenhäuser ab"
Der bekannte Bremer Soziologe Gerhard Amendt sorgt mal wieder für Wirbel. Just zu dem Moment, da der Bundestag über die Finanzierung der Frauenhäuser diskutiert, fordert er deren Schließung.
Deshalb wird er hier nachgereicht:
Das Zitat ist ein Musterbeispiel für "Frauenhausideologie", wie Prof. Amendt es nennt.
Auch pro familia müßte bekannt sein, dass zu der Studie über die Gewaltbetroffenheit von Frauen in Partnerschaften KEIN Pendant zur Gewaltbetroffenheit von Männern existiert, OBWOHL dem Bundesfrauenministerium seit Jahren eine Pilotstudie vorliegt, die den Verdacht nährt, dass die Gewaltbetroffenheit von Männern nicht geringer ist.
Trotzdem sah sich das Ministerium bisher nicht in der Lage, eine ähnlich große Studie zur Situation der Männer in Partnerschaften in Auftrag zu geben.
Fürchtet man ein propagandistisch unwillkommenes Ergebnis?
Denn hunderte internationaler Studien ergeben dieses Bild:
http://www.csulb.edu/~mfiebert/assault.htm
Sollten die tatsächlich der Aufmerksamkeit von pro familia entgangen sein?
...und belegt, wie viele ausländische Studien auch, dass Partnerschaftsgewalt überwiegend von Männern an Frau-en verübt wird.
Es wäre nett, würden Sie ihre Kausalkette einmal aufpolieren und neu anlegen.
"Seit Jahren setzen sich Frauen und Männer dafür ein, diese unsägliche Ideologie, die den Opfern die Schuld zuschreibt, aus Gesellschaft, Politik und Rechtsprechung zu entfernen."
Und je mehr Männer hiervon direkt betroffen sind, je besser?
Das einzige was hier verhindert wird ist die Familienform, mit Vater, Mutter und Kindern.
Toll!
Die Gewalttaten von Männern gegenüber Frauen und Kindern verursachen volkswirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe. Sie verursachen unendliches, weil generationenübergreifendes Leid. Frauen brauchen nach wie vor Schutz vor diesen Übergriffen auf ihre Gesundheit, ihr Leben, ihre Freiheit und ihre Würde, auch müssen sie ihre Kinder schützen. Das am 01.01.2002 in Kraft getretene Gewaltschutzgesetz mit seiner Wegweisungsmöglichkeit ("Der Täter geht, das Opfer bleibt") und strafrechtlichen Sanktionen bietet nicht für jede Frau ausreichende Sicherheit, gerade in besonders krassen und lang andauernden Gewaltfällen sind die Opfer dermaßen verängstigt, aber auch real gefährdet, dass die Frauenhäuser als Schutzräume nach wie vor unverzichtbar sind.
pro familia Landesverband Bremen e.V., Die Vorstand/ Die Landesgeschäftsführerin
(Danke für die Geduld)
Dass Frauen Männer provozieren, ist ein beliebtes Verteidigungsargument in Strafverfahren, in denen es um die Tötung oder Verletzung der Partnerin geht. Provokation dient hier als Rechtfertigung für schwere und schwerste körperliche Übergriffe, das Missverhältnis ist offenbar. Seit Jahren setzen sich Frauen und Männer dafür ein, diese unsägliche Ideologie, die den Opfern die Schuld zuschreibt, aus Gesellschaft, Politik und Rechtsprechung zu entfernen.
Die Gewalttätigkeit der Männer im sozialen Nahbereich hat gravierende Folgen für Frauen und Kinder. Es ist nicht verwunderlich, wenn Mütter, die geschlagen und gedemütigt werden, mit den Nerven am Ende sind und ihre Kinder schlagen. Dieses ist keine Entschuldigung, aber eine Erklärung und es ist entscheidend, wo man die Kausalkette beginnen lässt. Im Übrigen stellt das Miterleben von Partnerschaftsgewalt für Kinder eine erhebliche Gefahr für ihre Entwicklung dar und birgt für die Kinder eine große Gefahr, dass sie als Erwachsene wiederum Täter oder Opfer werden.
Dagegen basiert die von der Bundesregierung in Auftrag gegebene Studie zur Gewalt in nahen sozialen Beziehungen auf der Befragung von mehr als 10.000 repräsentativ ausgesuchten Per-sonen. Die Auswertung dieser Studie hat viele eindeutige Ergebnisse geliefert und belegt, wie viele ausländische Studien auch, dass Partnerschaftsgewalt überwiegend von Männern an Frau-en verübt wird. Die Studie belegt zudem, dass es die sogenannte Gewaltspirale gibt: je länger Gewalt in der Partnerschaft ausgeübt wird, desto schwerer und gefährlicher werden die Übergriffe und desto schwerer wird es für das demoralisierte Opfer, sich zu trennen und der Gewalt zu ent-ziehen. Außerdem ist aus der Kriminalstatistik zu erkennen, dass 2/3 der Opfer männlicher Ge-walt andere Männer sind.
Die von Herrn Amendt zitierte eigene Untersuchung ist nicht repräsentativ. Den Anspruch an wissenschaftliche soziologische Forschung erfüllt sie nicht. Zudem negiert Herr Amendt das beste-hende Machtgefälle zwischen den Geschlechtern. Die gesellschaftliche und wirtschaftliche Gleichstellung der Frauen ist noch lange nicht erreicht, die Abhängigkeit, gerade der Mütter, von männlicher oder staatlicher Unterstützung besteht nach wie vor. Das Einkommensgefälle zwi-schen Frauen und Männern ist in Deutschland besonders gravierend.
2. Pro familia Bremen teilt die Meinungen von Herrn Amendt zum Problem der Partnerschaftsgewalt nicht und distanziert sich ausdrücklich. Solange Frauen und Kinder körperliche, sexuelle und psy-chische Gewalt durch Männer im familiären Umfeld erleiden müssen, sind Frauenhäuser absolut notwendig. Ihre Finanzierung muss gesichert sein.
Wenn etwas nicht repräsentativ ist, dann die Statistiken, die Frauenhäuser führen.
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