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Paul Ingendaay: Die romantischen Jahre Marko Theunissen hat sein Literaturstudium hingeschmissen, seinen Vater enttäuscht und sich von seiner Freundin getrennt. Damit nicht genug: Der grundsympathische Versicherungsvertreter muss auch noch fürchten, dass seine Affäre mit einer verheirateten Frau auffliegt, ein mieser Kollege macht ihm außerdem das Leben schwer. Wenig Romantik, aber viel Witz, kluge Beobachtungen - und einfach ein wunderbar satirischer Roman. Die knapp 500 Seiten lesen sich fast von allein. (480 S., 19,99 Euro, Piper)
Stefan Moster: Lieben sich zwei Ines und Daniel aus der Pfalz haben in der schicken Hamburger HafenCity ein neues Zuhause gefunden. Alles scheint perfekt. Doch dann drängt sich der Wunsch nach Kindern immer nachdrücklicher in ihr Leben. Sie entschließen sich zu einer künstlichen Befruchtung - und ihre Beziehung leidet. Die Dialoge sitzen, bei den Beschreibungen kleiner Alltagsszenen fühlt man sich ertappt, so gut sind sie getroffen. Das Psychogramm eines erfolgreichen Paares, eine traurig-komische Beschreibung der Kinderwunsch- Industrie und eine amüsante Milieustudie. (416 S., 22,95 Euro, mare)
Anthony McCarten: Liebe am Ende der Welt Waren es wirklich Außerirdische, die Delia in ihr Raumschiff eingeladen und geschwängert haben? Oder bildet sich die 16-Jährige das nur ein? Keiner aus dem Dorf glaubt dem jungen Mädchen. Bis eine Kuh in einem platt gewalzten Kornfeld gefunden wird. Ist hier doch ein Raumschiff gelandet? Die Auflösung kommt erst ganz am Schluss, und dazwischen erzählt Anthony McCarten liebevoll von Hoffnungen und Täuschungen in der tiefsten neuseeländischen Provinz. Ein tragisch-komischer Roman mit Krimi- Elementen, unterhaltsam und so sympathisch wie seine Figuren. (Ü: Manfred Alliè, 368 S., 22,90 Euro, Diogenes)
Mara Lee: Die Makellosen Drei schöne Freundinnen verbindet eine dunkle Beziehung zu der Fotografin Siri. Als Siri verstörende Fotos von ihnen veröffentlicht, hecken die drei einen Racheplan aus. Mit scharfem Blick beschreibt Mara Lee eine Gesellschaft, in der Schein mehr zählt als Sein. Und packt kluge Gedanken in eine spannende Handlung. (Ü: Wibke Kuhn, 448 S., 19,95, Karl Blessing)
Larissa Boehning: Das Glück der Zikaden Drei Frauen aus drei Generationen müssen zwischen Liebe und Vernunft, Heimat und politischem System wählen. Jede trifft eine andere Entscheidung, doch keine wird glücklich. Zu eng sind ihre Schicksale mit den politischen Ereignissen ihrer Zeit - Naziregime, Kalter Krieg und Wende - verbunden. Bravourös gelingt es der Autorin, Zeitgeschichte in einem Familiendrama zu spiegeln. (328 S., 19,99 Euro, Galiani)
Sarah Kaminsky: Ein Fälscherleben Papa war früher Soldat, glaubt die Französin Sarah Kaminsky, als sie klein ist. Dass er tatsächlich fast drei Jahrzehnte lang unter Einsatz seines Lebens gekämpft hat, freilich mit Druckmaschinen statt mit Waffen, erfährt sie erst als Teenager: Der russischstämmige Jude Alfonso Kaminsky, heute 86, war einst der beste Fälscher von Paris. Von 1943 bis 1971 fertigte der Pazifist Pässe, die Tausenden das Leben retteten - Juden und Kommunisten der Nazizeit, algerischen Freiheitskämpfern und Unabhängigkeitsaktivisten in Südamerika. Seine 32-jährige Tochter, Drehbuchautorin und Schauspielerin, lässt ihren Vater davon erzählen. Spannend wie ein Agententhriller. (Ü: Barbara Heber-Schärer, 224 S., 19,90 Euro, Kunstmann)
Jonathan Evison: Alles über Lulu Will Miller ist neun Jahre alt, als er sich in Lulu, die Tochter der neuen Freundin seines Vaters, verliebt. "Immer wenn ich den Namen Lulu aussprach, war ich ein Dichter", lässt Autor Jonathan Evison den jungen Romeo in sein Notizbuch schmachten. Eine anrührende und lustige Liebesgeschichte. Für die Lacher sorgt Wills skurrile Familie: Bodybuilding und Fleisch - das sind die Leidenschaften von Vater Big Bill und den Brüdern. So kommen zu Weihnachten gleich mehrere Truthähne auf den Tisch. Will selbst ist Vegetarier - und steht auch sonst auf verlorenem Posten in dieser komisch beschriebenen Plastik-Welt. (Ü: Brigitte Jakobeit, 384 S., 19,99 Euro, Kiepenheuer & Witsch)
Antonia S. Byatt: Das Buch der Kinder Herzlichen Glückwunsch, Antonia S. Byatt - oder "Dame Commander of the British Empire". So darf sich die englische Autorin nennen, die gerade ihren 75. Geburtstag gefeiert hat. Den Ehrentitel bekam sie von der Queen, weil sie mit ihrem Roman "Besessen" Weltruhm erlangt hat. Wir gratulieren jetzt aber auch zum neuen Roman "Das Buch der Kinder". Denn diese Familien- Saga wurde zu Recht als "das bewegendste Buch" gefeiert, "das A. S. Byatt seit ihrem Meisterwerk ,Besessen' geschrieben hat" ("The Sunday Times"). Das berühmte Vorgängerbuch war ein literarisches Detektivspiel um einen Briefwechsel aus viktorianischer Zeit. Jetzt ist die Zeit von 1895 bis kurz nach dem Ersten Weltkrieg dran. Antonia Byatt führt uns von London nach Paris - und nach München. Und in die Welt der Märchenforscher und -erzähler, in der Deutschland ebenfalls eine zentrale Rolle spielt. (Ü: Melanie Walz, 896 S., 26 Euro, S. Fischer)
Wells Tower: Alles zerstört, alles verbrannt Wer Alice Munro, die kanadische Meisterin der Short Storys, liebt, wird auch ihren Landsmann Wells Tower mögen. Abgründe tun sich auf in den kleinen Welten dieser neun Erzählungen. Witzig, überraschend und temporeich bringt der Autor das desaströse Leben seiner Figuren - sympathische Loser und Außenseiter - auf den Punkt. (Ü: Malte Krutzsch, Britta Waldhof, 269 S., 18,95 Euro, S. Fischer)
Audur Jónsdóttir: Jenseits des Meeres liegt die ganze Welt Sunna lebt in ReykjavÃk mit Axel zusammen. Als der in die Westfjorde fliegt und dort hängen bleibt, muss Sunna sich als Ersatzmutter um seinen ihr fremden Sohn aus erster Ehe kümmern, der zu Besuch kommt. Zeitgleich erfährt sie, dass ihre frühere Freundin Arndis verschwunden ist, und beschließt, sich auf Spurensuche zu begeben. Ziemlich viel für ihr bis dahin planloses Leben. Audur Jónsdóttir beschreibt auf mehreren Ebenen die Entwicklung einer mutlosen jungen Frau, die plötzlich Verantwortung übernehmen muss. Ein schlaues Buch. (Ü: Kristof Magnusson, 288 S., 19,99 Euro, btb)
Steinar Bragi: Frauen Als die Performance-Künstlerin Eva nach Island zurückkommt, kann sie vorübergehend in einem Luxusappartement wohnen. Eva ist glücklich. Doch bald findet sie heraus, dass sie das Penthouse nicht mehr verlassen kann . . . Was wie ein klassischer Thriller beginnt, wird zu einer verstörenden Parabel auf den Finanzwahnsinn Islands vor der großen Bankenpleite. Eva wird Opfer von sexuellen Übergriffen und erfährt schließlich, dass sie Teil einer Performance ist, in der es um Sex, Geld und Frauen geht. Ein krasses, lesenswertes Buch. (Ü: Kristof Magnusson, 272 S., 19,90 Euro, Kunstmann)
Steinunn Sigurdardottir: Der gute Liebhaber Wer gern kluge Bücher über die Liebe liest, wird Steinunn Sigurdadottir lieben, eine der bekanntesten Autorinnen Islands. In fast all ihren Werken beschreibt sie die Suche nach dem großen Gefühl. Auch in diesem Buch. Ein Mann kehrt nach 17 Jahren nach ReykjavÃk zurück, um seine erste Liebe Una wiederzufinden. Und landet im Haus einer anderen Frau. Ein Buch mit dem Titel "Der gute Liebhaber" zwingt ihn schließlich, sich mit sich selbst und seiner Beziehungsfähigkeit auseinanderzusetzen. Schön geschrieben, ironisch und lehrreich zugleich. (Ü: Coletta Bürling, 224 S., 17,95 Euro, Rowohlt)
Gary Shteyngart: Super Sad True Lovestory Eunice Park ist jung und schön. Sie passt in die Welt, in der sie lebt, eine Welt, in der alle immer online sind, gefesselt an ihren " Äppärät" (eine Art Smartphone der Zukunft). Lenny Abramov dagegen, Sohn jüdisch-russischer Einwanderer, ist fast 40, und wenn er mal was kauft, dann ein Buch. Trotzdem finden die Schöne und der letzte Leser zueinander. Dem Autoren, Sohn jüdisch- russischer Einwanderer und derzeit einer der interessantesten US-Autoren, ist mit dieser Sciene-Fiction-Satire ein kluges und superlustiges Buch gelungen. (Ü: Ingo Herzke, 464 S., 19,95 Euro, Rowohlt)
Noam Shpancer: Der gute Psychologe Interessieren Sie sich für Psychologie? Wenn ja: Lesen Sie diesen Roman. Er handelt von einem Therapeuten, der sich mit dem Thema Angst beschäftigt. Am Tag praktiziert er, abends erklärt er Studenten, was eine gute Therapie ausmacht. Und nebenbei ist er mit seiner eigenen komplizierten Liebesgeschichte beschäftigt. "Der gute Psychologe" steht einem mit seinem Gespür für Menschen sofort sehr nahe. Der schönste Gedanke des Buches: Auch die Tiefpunkte des Lebens haben eine helle Seite. Am Schluss des Romans würde man am liebsten ein Seminar beim "guten Psychologen" belegen. (288 S., 19,99 Euro, Knaus)
Hamburg ist um eine Attraktion ärmer. Am 6. Mai hatte Mehmet Kurtulus seinen letzten Einsatz als "Tatort"-Ermittler Cenk Batu. Äußerst bedauerlich,... mehr
Hübsch, aber bestimmt nicht harmlos: Gina Carano macht in Stephen Soderberghs "Haywire" reihenweise männliche Hollywoodstars fertig. Wer ist diese... mehr
Dass Stars gern Sport treiben, ist nichts Ungewöhnliches. Doch fernab von Yoga und Joggen, setzen diese Promis auf Sportarten, die herausstechen. mehr
Hm, klingen alle etwas dramatisch die Bücher... aber "Die Makellosen" erscheint mir interessant... werd ich mir vielleicht einmal genauer unter die Lupe... äh... Lesebrille nehmen :)
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