Erste Stunde
„Eine Geheimhaltung wie beim heiligen Gral“
Das war ja eine Aufregung: Nur sechs Menschen auf der Welt sollen das Werk gelesen haben, bevor am Dienstag "The Lost Symbol" erschien. Eine Geheimhaltung wie beim heiligen Gral. Aber bei weltweit 81 Millionen verkauften "Da Vinci Codes" liegt die Latte eben hoch. Sechs Jahre hat der Nachfolger auf sich warten lassen. Kein Wunder, dass Dan Brown mit einer höllischen Schreibblockade gestraft gewesen sein soll. Und dann auch noch der Film! Seitdem ist Browns Held Robert Langdon in meinem Kopf leider ein fülliger Tom Hanks mit einer noch fülligeren Haarkreation und nicht mehr die schnittige Harvard-Version von Schatzjäger Harrison Ford. Aber egal, ich bin bereit, die Nacht mit ihm zu verbringen. Genauso wie Übersetzer-Teams auf der ganzen Welt, die jetzt im Akkord arbeiten. Die Neugier ist groß, also los. Ich verspreche auch, nicht zu viel zu verraten.
Ein kleiner Prolog führt uns zu einer ziemlich geheimen Zeremonie. Damit ist klar, wer diesmal im Mittelpunkt steht: die Freimaurer. Aber eigentlich ist das eine Rückblende, denn wir sitzen mit Robert Langdon im Flugzeug. Es ist ungefähr sechs Uhr abends, Landeanflug auf Washington D.C. Der Mann hat einen Albtraum. Wir erinnern uns, dass er unter Platzangst leidet, seit er als Kind in einen Brunnen gefallen ist. Und auch sonst setzt Dan Brown uns gleich wieder ins Bild: Sein Held wird vom Bodenpersonal wegen seines Skandal-Buches gefeiert. Ach ja, katholische Kirche unterdrückt Genealogie einer mit einer Tochter gesegneten Verbindung von Jesus und Maria Magdalena. Da sind wir doch sofort wieder in Stimmung für die nächste Schnitzeljagd!











