"Das verlorene Symbol": Eine Nacht mit Dan Brown

  • 0 Kommentare
  •  
  •  

Elfte Stunde

Vier Uhr morgens. Um diese Zeit soll der zur Zeit meistgelesene Autor der Welt jeden Morgen an seinem Schreibtisch im Ostküstenstädtchen Exeter sitzen. 90 Prozent von dem, was er schreibt, vernichte er gleich wieder. Die Löschtaste sei sein wichtigstes Arbeitsinstrument, hat er einmal gesagt. Früher war er Lehrer, davor ein Schmalz-Rocker, der vor lauter Hemmungen nicht auf die Bühne wollte. Sein Debütalbum mit dem Titel "Dan Brown" brachte den Durchbruch nicht. Unter dem Pseudonym Danielle Brown veröffentlichte er einen humoristischen Ratgeber für Frauen mit Liebeskummer, später legte er noch einen für Männer mit beginnender Glatzenbildung nach. Der Erfolg kam, als seine zwölf Jahre ältere Frau Blythe die Idee zu "Sakrileg" hatte. Sie hat den größten Teil der Recherche übernommen und das Material angeschleppt, er hat unwiderstehliche Häppchen draus gemacht.

Zwölfte Stunde

Landon und Katherine träumen von einer besseren Yes-We-Can-Welt

Fünf Uhr morgens. Langdon hat seine Schuldigkeit getan und darf ein Nickerchen machen. Aber nur kurz, denn als Belohnung hat er noch einen Schlüssel bekommen, der besonders hübsche Erleuchtung verheißt. Er öffnet die Tür zu einem Sonnenaufgang, den er - trotz der widrigen Umstände der Nacht - gemeinsam mit seiner Gefährtin erleben darf. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Sie träumen von einer besseren Yes-We-Can-Welt, in der keiner mehr daran zweifelt, dass zwei Köpfe besser denken als einer. Und was für eine Energie könnte die Menschheit erst entwickeln, wenn immer mehr Menschen so dächten? Und was werden die Millionen von Dan Brown Leser bewirken, die das jetzt wieder lesen?

Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Debatten über Freimaurer in Washington D.C. genauso hitzig geführt werden wie die Diskussionen über die Beziehung zwischen Jesus und Maria Magdalena. Aber trotzdem können sich die Freimaurer, vor allem aber die Truppe der Noetiker darauf gefasst machen, dass ihnen die Buden eingerannt werden - und auch die Buchhändler werden sich über den Silberstreif am Horizont freuen, mit dem Dan Brown die nahe Zukunft skizziert. "Das verlorene Symbol" (Lübbe) erscheint am 14.10. auf Deutsch.

Seite:

  1. 1
  2. ...
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6. 6
  7. 7
  • Artikel vom 18.09.2009
Letzte Kommentare
  • Noch kein Kommentar vorhanden. Möchten Sie einen Kommentar schreiben? Das können Sie im Eingabefeld unten.
Kommentar schreiben
Wird nicht angezeigt.
Unter diesem Namen erscheint Ihr Kommentar
Bitte schreiben Sie den Sicherheitscode ab * Andere Zeichenfolge
noch 1000 Zeichen übrig!
Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder, alle anderen sind optional.
BRIGITTE im ABO