Kate Christensen: "Es hat Spaß gemacht, diesen Frauen zu erlauben voller Sehnsucht zu sein"
Kate Christensen "Feldmans Frauen", 352 S., 16,95 Euro, Droemer
BRIGITTE.de: Wussten Sie wirklich nicht, dass Ihr Roman "Feldmans Frauen" als bestes amerikanisches Buch des Jahres für den PEN/Faulkner Award nominiert war?
Kate Christensen: Das ist wirklich wahr - es war die totale Überraschung für mich, um nicht zu sagen: ein Schock.
BRIGITTE.de: Weil Sie dachten, diese alten Löwen der Literatur und dann ich?
Kate Christensen: Genau. Ich bin fast in Ohnmacht gefallen, als der Anruf kam.
BRIGITTE.de: Ein alter Löwe seiner Zunft ist auch der Titelheld ihres neuen Romans - der fiktive Maler Oscar Feldman. Der allerdings schon auf der ersten Seite tot ist.
Kate Christensen: Damit ist die Bühne frei für die Musen seines Lebens. Es hat riesig Spaß gemacht, diesen Frauen zu erlauben voller Sehnsucht zu sein. Voller Lust, Leidenschaft, Hoffnung und Leben.
BRIGITTE.de: Sie haben mal gesagt, die männliche Muse sei ein unzählbar rares Gut in der Kunstwelt. Wie steht es mit ihrer Musen-Sammlung?
Kate Christensen: Meine Musen sind Männer, die ich zu irgendeiner Zeit meines Lebens beeindrucken wollte. Das ging mit einem Jungen namens Kenny los. Er ging mit mir in die achte Klasse, und ich wollte ihn heiraten. Aber er war in ein Mädchen verknallt, das viel hübscher war und viel netter. Ich musste mir also was ausdenken. Ich schrieb meine erste Erzählung und schickte sie ihm Kapitel für Kapitel während des Unterrichts. Ich wollte ihn zum Lachen bringen, und als ich dann vier Reihen hinter mir dieses erlösende Geräusch vernahm, wollte ich niemals aufhören zu schreiben. Seit damals habe ich jedes meiner Bücher für eine andere männliche Muse geschrieben.













