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Gedichte von Lutz Rathenow
Lutz Rathenow, Foto: privat
Gedichte sind: Versuche zu fliegen
Spielplatz II
Da ich kein Vogel bin,
will ich ein Vogel sein.
Wäre ich ein Fliegetier,
so passten meine Flügel
durch keine Menschentür.
Ausgebreitet. Als flatterhaftes Wesen
träumte ich sicher davon,
ein richtiger Mensch zu sein.
Der nicht immer wohin fliegen muss.
(Windig, dieser Wind in der Luft.)
Der laufen kann. Schritt für Schritt.
Er kann die Dinge genauer erkennen.
Und jemand betrachten, der dasitzt.
Und schreibt und wieder nachdenkt und
Wieder schreibt: ein Gedicht -
über die Versuche zu fliegen.
Aus: Die Fünfzig. Gedichte
Am Strand
Heiß liegt der Tag auf meinen Lippen,
am Abend noch, wenn sich unsere Hände
begegnen. Die Tintenfische mühen sich ab,
damit das Meer blau bleibt, so blau.
Das Öl sehe ich nicht, rieche es
kaum, da du meine Nase besetzt.
Jeder des anderen Kleid. Den Tanz
begleiten zerfließende Schatten.
Schwarz ist die Nacht nur für Schläfer.
Zwei Vögel, die ihren Körper von der
Erde heben, schweben reglos,
reglos da oben. Flügel teilen den Wind.
Meine Finger nisten in deinem Haar.
Das streichelt den Sand, den wir wärmen.
Aus: Lutz Rathenow, Verirrte Sterne oder wenn alles wieder mal ganz anders kommt. Merlin-Verlag, 1994
Bücher von Lutz Rathenow (Auswahl)
Sisyphos. Erzählungen. Berlin-Verlag 1995/2000
Jahrhundert der Blicke. Gedichte. Landpresse, 1997
Der Wettlauf mit dem Licht. Gedichte, Landpresse, 1998
Sterben will gelernt sein. Lyrische Prosa - Prosaische Lyrik, Landpresse, 2000
Die Fünfzig. Gedichte. Landpresse, 2002
Schreibwerkstatt mit Lutz Rathenow
"Literatur und Politik"
30.10. bis 1. 11. 2002 in Gummersbach. Angesprochen sind erfahrene wie unerfahrene Schreiberinnen und Schreiber von Texten verschiedener literarischer Formen. Willkommen sind auch diejenigen, die sich erstmals mit dem Thema "Kreativität durch Schreiben" auseinandersetzen.
Informationen:
Theodor-Heuss-Akademie
Theodor-Heuss-Straße 26
51645 Gummersbach
Tel. 02261/30 02-0
Tel. 02261/30 02-21












