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BRIGITTE.de: Willkommen in Deutschland! Hier sind Sie ja noch lange nicht so bekannt, wie etwa in den USA. Ist es schön, auch mal unerkannt zu bleiben?
Neil Gaiman: Es ist seltsam, auf gewisse Weise aber auch sehr schön. Für mich ist ein Deutschland-Besuch ein bisschen wie eine Reise zurück in die Zeit, bevor ich so erfolgreich war. Ich habe schon länger Fans in Deutschland, aber das hat sich nie in Buchverkäufen niedergeschlagen - die Deutschen haben meine Bücher immer auf englisch gekauft. Das hat sich erst jetzt mit dem Graveyard-Buch geändert - das wird von Deutschen auf Deutsch gelesen.
BRIGITTE.de: Glauben Sie, dass in den Übersetzungen vielleicht viele Feinheiten und Zwischentöne auf der Strecke bleiben?
Neil Gaiman: Ich glaube, das ist für jeden Autor ein Problem, der Sprache sehr gezielt einsetzt. Einerseits bin ich der Gnade der Übersetzer immer ausgeliefert - andererseits bin ich ihnen auch sehr dankbar. Mein Buch Niemalsland hat in Frankreich einen wichtigen Literaturpreis gewonnen. Mir ist klar, dass mein Übersetzer diesen Preis mindestens so sehr verdient wie ich. Manche Übersetzungen verlieren gegenüber dem Original an Reiz - aber andere gewinnen auch. Es fasziniert mich, wie viele Autoren durch ihre Übersetzungen noch besser werden: Edgar Allan Poe etwa wurde in Frankreich erst so richtig entdeckt, weil die Übersetzung schlichter war als das manchmal etwas gestelzte Original.











