Wer ein Buch lesen möchte, sollte nicht "Shades of Grey" kaufen. Das hat Kollegin Angela Wittmann schon im Juli in der BRIGITTE festgestellt: "Einfach nur scheiß." Querlesen reicht. Mehr als 20 Adjektive scheint der Wortschatz der Autorin E.L. James nicht zu beinhalten. Sätze wiederholen sich wortgleich. Die Handlung des ersten Teils "Geheimes Verlangen" entwickelt sich langsamer, als die meisten einen Orgasmus kriegen. Erotisch? Schwülstig.
So. Und warum, verflixt, waren dann Anfang August schon mehr als 1,3 Millionen Bücher in Deutschland verkauft? Es muss doch Gründe geben! Wir haben die 608 Seiten des ersten Teils durchsucht – und fünf gefunden.
Der Harry-Potter-Effekt
Dieser Grund fängt immer mit "Eigentlich" an. Eigentlich wissen wir ganz genau, dass uns bei der Lektüre mancher Bücher die innere und/ oder mittlere Reife aberkannt werden sollte. "Eigentlich mag ich keine Fantasy-Bücher..." - und habe trotzdem jeden Harry-Potter-Band bei Amazon vorbestellt. "Klar, Vampire sind eigentlich was für Teenies, aber..." - "Twilight" muss man trotzdem gelesen haben.
Freundlicherweise hat unser Sozialleben ein Konstrukt gefunden, den Schund gesellschaftsfähig zu machen. Es beginnt in dem Moment, in dem "alle" darüber reden. Der Chefchef nach einem Meeting. Die (eigentlich doofe) Facebook-Bekannte aus Schulzeiten. "Und, wie findest du 'Shades of Grey'?" Da wir lieber etwas als nichts zu sagen haben, umrunden wir das Taschenbuch in der Bahnhofsbuchhandlung nicht mehr ganz so weiträumig. Die Zeiten, in denen die "Shades of Grey" aus Gründen der Pein nur als E-Book ein top verkauft waren, sind vorbei. Denn die Lektüre ist spätestens seit dem Erscheinen des ersten Bandes auf Deutsch mit einem quasi-wissenschaftlichen Interesse begründbar. Was ist dran am Groschenroman? Mit jeder neuen Käuferin fühlen sich mindestens zwei weitere Menschen gezwungen, auch etwas über Mr Grey zu sagen zu haben. 1,5 Millionen Druckauflage = Mathematik.












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am um
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tinkerbella7781
am 29.03.13 um 23:54
Geschmäcker sind ja verschieden. Ich weiß nur nicht, warum sich eine Brigitte-Redaktionsleiterin anmaßt, einen von Zynismus und Ironie geschwängerten Artikel zu verfassen und das Werk derart in den Dreck zu ziehen. Seien wir mal ehrlich zu uns selbst! Natürlich hat Shades of Grey unser Interesse geweckt und die Verkaufszahlen sprechen für sich.
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Palma
am 04.09.12 um 15:20
die verkaufszahlen sagen, dass es bisher so und soviele käufer gab - aber nicht, wieviele davon das gekaufte buch tatsächlich gut fanden... und bei wievielen es im regal vor sich hin staubt oder längst den weg in altpapier gefunden hat
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Angie
am 03.09.12 um 21:04
Mr. Darcy ein A......ch? Das hatte ich anders in Erinnerung. Und die Gefühle von Elisabeth Bennet sind auch nicht ambivalent; sie ändern sich nur im Laufe der Geschichte, als sie zu schnell gefasste Vorurteile revidiert. Bitte doch keinen solchen Vergleich!!! Eigentlich ist es schon irrsinnig, in einem Absatz diesen Wahnsinn und das Buch einer Jane Austen zu nennen.
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Wildwasser
am 03.09.12 um 18:08
Nun ja, es gibt/gab auch Leute, die Konsalik oder Simmel gelesen haben und die weiterhin Groschenromane lesen werden. Die gibt es tatsächlich immer noch...
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TheQuibbler
am 03.09.12 um 11:29
Zum Glück war ich gegen Gruppenzwang schon immer immun. Wie kann man so einen schwachsinnigen Schmus bloß lesen wollen?
mehr (5)In jeder Frau steckt ein bißchen mehr oder ein bißchen weniger Ana, aber eben doch eine Ana, auch wenn es keine wirklich offen zugeben würde. Und es ist etwas einfach und flach gedacht, wen man behauptet, Frauen stehen eben auf Arschlöcher. Geht es bei eben solchen Beziehungen nicht vielmehr um den Wunsch einer Frau, neben dem "mal was Verbotenes" zu tun, nicht einfach um das Gefühl des Sich-Geborgen-Fühlens, bewussten Kontrollverlust und das Abgeben von Verantwortung, einhergehend damit, dem anderen bedingungslos zu vertrauen.
Dies kann auch keine pseudoemanzipierte Frauenmagazinredakteurin in 5 Seiten nicht einfach wegätzen. L