Deutscher Filmpreis: 10 Lolas für "Das weiße Band"
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Der Film "Das weiße Band"
Sind so kleine Kinder: Haben sie etwas mit den Unfällen zu tun?
Der weißbärtige Österreicher Michael Haneke hat große Freude daran, in seinen Filmen den scheinbar heilen Alltag so lange mit dem Skalpell des subtilen Grauens zu sezieren, bis sich herausstellt, dass die Dinge unter der glatten Oberfläche schon lange verrottet waren.
"Das weiße Band" erzählt eine sehr deutsche Geschichte, ein Jahr vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Unheil schwebt über einer kleinen protestantischen Gemeinde in Norddeutschland: Der Arzt hat einen ominösen Reitunfall, eine Arbeiterin kommt zu Tode, ein Junge wird schwer misshandelt, eine Scheune angezündet. Haben die seltsamen Unfälle wirklich nichts miteinander zu tun, oder sind die Ereignisse etwa rituelle Bestrafungen für begangenes Unrecht?
Regisseur Haneke entwirft eine streng abgezirkelte Versuchsanordnung über eine Gesellschaft, die durch ihre unbarmherzige Erziehung erst das Samenkorn für eine mitleidlose Generation legt, die später zu noch schlimmeren Gräueltaten fähig sein sollte. Dabei liefern schon die erwachsenen Darsteller wie Burghart Klaußner oder Susanne Lothar eine grandiose Leistung ab - die Kinderdarsteller aber sind eine echte Sensation. Wie immer bei Haneke gibt es keine einfachen Antworten, brennen sich seine klaren Schwarz-Weiß-Bilder wie Trockeneis in die Seele. Meisterhaft und absolut sehenswert.











