Fernsehen
Das Ende von Dr. House - ein Rückblick in Bildern
Acht Staffeln, 177 Folgen, Ende: Heute Abend ist es vorbei mit Dr. Gregory House. BRIGITTE.de-Mitarbeiterin Mirca Waldhecker lässt ihre Zeit mit dem grantigen Doktor Revue passieren.
Dr. House am Ende: Lange Jahre waren die Sende-Termine von Dr. House bei mir und meiner Schwester fest eingeplant im wöchentlichen Unterhaltungs-Kalender. Pünktlich kuschelten wir uns dann zusammen auf die Couch und fieberten mit den Patienten mit.
Was haben wir über die fiesen Sprüche von Menschenfeind House gelacht! Wie oft haben wir fasziniert auf die Lösung der medizinischen Rätsel gewartet! Und wie oft habe ich mich gefragt, wann irgendeiner der armen Menschen, die unter dem Sarkasmus von House leiden mussten, ihn eine Treppe runterschubst...
Auch wenn es in den letzten Staffeln etwas abstrus wurde - es gab unzählige Glanzmomente, an die ich mich gerne erinnere.
Und heute Abend, da setze ich mich natürlich nochmal vor den Fernseher. Das große Finale um 21.15 Uhr auf RTL (4. Dezember) will ich auf keinen Fall verpassen!
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Seine Pillen
Was wäre dieser Arzt ohne seine Pillen! Kaum eine Folge, in der er nicht genüsslich bis akut süchtig eine von den weißen Pillchen schluckt. Der Grund: House hatte einen Infarkt im rechten Oberschenkel, Teile der Muskulatur mussten entfernt werden; seitdem kann House nur noch mit Stock gehen. Klar hat er deswegen Schmerzen und gegen die nimmt er das Schmerzmittel Vicodin. Anfangs besteht er noch darauf nicht abhängig zu sein, er endet jedoch zwischenzeitlich in einer Entzugsklinik. Da wurden die Halluzinationen doch etwas viel...
Dennoch, den Pillen verdanken wir eine der unvergesslichsten Szenen: jene, in der Dr. House sich im Krankenhaus vorstellt.
"Hallo liebe Kranke und ihre Liebsten, damit wir Zeit sparen und nachher lauter langweiliges Blabla vermeiden; ich bin Dr. Gregory House, wenn Sie wollen auch Greg. Ich bin ein gelangweilter zertifizierter Diagnostiker mit der Spezialisierung Infektionskrankheiten und Nephrologie – außerdem bin ich der einzige Arzt in dieser Klinik, der gegen seinen Willen hier arbeiten muss. Aber keine Angst, in ihrem Fall könnte die Behandlung auch ein Affe übernehmen. Und sollten sie mir besonders auf die Nerven gehen, habe ich das hier (zeigt seine Pillen). Es ist meins, Sie kriegen nichts davon. Nein, ich hab' kein Schmerzbewältigungsproblem, ich hab' ein Schmerzproblem. Aber wer weiß, vielleicht lieg' ich auch falsch, ich bin nämlich zu stoned, um den Unterschied zu erkennen. Also – wer will mich?"
Sein Stock I
House und sein Stock sind ein eingespieltes Team. Am schönsten: die Szene, in der er mit einem Stock auftaucht, der mit Flammen verziert ist! Sein Kommentar dazu: "Boah ey, krass! Damit laufe ich viel schneller!" Gerne verwendet House seinen Stock auch, um andere Leute zu trietzen, Sachen durch die Gegend zu stoßen oder weiße Fahnen... beziehungsweise Taschentücher... zu hissen.
Sein Stock II
Dumm nur, dass zuweilen Patienten ihm den Stock klauen und ihm damit kräftig eins auf die Mütze geben! Ab und an klappt der Stock auch zusammen weil ihn jemand angesägt hat. Kein Wunder, man denke nur an diese Episode:
Wilson: "House, warte mal 'ne Minute. Du hast Angst vor den Schmerzen."
House (hebt drohend seinen Stock): "Du nicht?"
Seine Chefin
Eigentlich ist die attraktive Brünette Dr. Lisa Cuddy die Chefin von House. Da er aber nicht ganz freiwillig in ihrem Krankenhaus arbeitet und sie seine Arbeitsmethoden nicht ausstehen kann, fetzen sich die beiden in schöner Regelmäßigkeit. Aber wie man so sagt: "Was sich liebt, das neckt sich". Irgendwann wird aus der Hassliebe nur noch Liebe. Leider hält das nicht, was House mal wieder in seine Tabletten-Sucht treibt.
Cuddy fasst es perfekt zusammen: "Du willst, dass ich mich erbärmlich fühle, ich will, dass du dich erbärmlich fühlst: Es ist ein Spiel! Und ich werde es gewinnen, denn ich habe einen Vorsprung. Du bist nämlich schon erbärmlich!"
Sein Team
Wer um alles in der Welt will mit diesem Ekel arbeiten? Erstaunlicherweise gab es da doch einige. Bis zum Ende der dritten Staffel waren es die Fantastischen Drei: Dr. Eric Foreman (Omar Epps), Dr. Allison Cameron (Jennifer Morrison) und Dr. Robert Chase (Jesse Spencer).
Sie halfen House beim Denken, ertrugen meist stoisch seine Launen und sorgten für grandiose Lach-Momente. Doch irgendwann war es vorbei, das Team hatte die Nase voll von House und verabschiedete sich. Nahezu alle Nachfolger endeten ebenfalls mit zerfetzten Nerven.
Zwei der herrlich bissigen Dialoge aus dem Dreier-Team:
House: "Sie schickt mich ins Mercer-State-Gefägnis, es geht um einen Todeskandidaten."
Foreman: "Kann man seine Zeit nicht sinnvoller verbingen?"
House: "Gute Frage. Wann ist jemand behandlungswürdig? Ist ein Mann, der seine Frau betrügt, behandlungswürdiger als einer, der sie umbringt?"
Foreman: "Ähhhhhh ja, allerdings, ist er."
House: "Und was ist mit einem Kinderschänder? Sicher kein Tugendheld, aber er hat niemanden getötet. Möglicherweise kriegt er Antibiotika, aber keine MRTs. Was ist mit Ihnen, welche ärztliche Versorgung sollte Ihnen verweigert werden, als bekannter Autodieb? Ich sag ja nur. Sie drei machen mal eine Liste aller ärztlichen Behandlungen, die man nicht erhält, aufgrund seiner Straftaten. Ich seh sie mir an, wenn ich zurück bin."
Foreman: "Was ist das für ein Notfall?"
House (spielt Jo-Jo): "Ich hab' vergessen, wie der Walk-the-dog-Trick geht. Der Kerl ist krank, vielleicht sogar todkrank und wir haben auch die Differenzialdiagnose vergessen."
Cameron: "Aber Sie hatten uns losgeschickt, um Tests zu..."
House: "Ich wollt' ihn nur loswerden. Jetzt können wir uns in Ruhe hinsetzen und den Typen 'Idiot' nennen. Wer will als Erster?"
Sein einziger Freund
Sie können nicht mit und nicht ohne einander: House und sein Kollege, der Onkologe Dr. James Wilson (Robert Sean Leonard). Wilson ist sein bester Freund, sie reden sich die Köpfe heißen, inspirieren sich, teilen Bier, Couch und Pizzas, durchleiden gemeinsam ihre Frauengeschichten – und machen sich dabei wahnsinnig! Keine Ahnung, wie oft Wilson House die Freundschaft gekündigt hat, es war oft. Und seeehr verständlich. Eine Auswahl der nettesten House-Beleidigungen:
House: "Er behandelt tausende Patienten mit nur einer Diagnose, weil er die Lösung schon kennt. Das ist scheiße. "
Wilson: "Also alles nur, weil er einer von diesen, ähm, unnützen Spezialisten ist?"
House: "Ohhhh, jetzt hab' ich wohl die zarten Gefühle des Spitzenonkologen verletzt."
Wilson: "Geht irgendwo ein Licht an, wenn ich gerade was essen will?"
House: "Grün bei essen, Orange bei Getränken und Rot bei unreinen Gedanken. Die Birne brennt alle zwei Wochen durch."
House: "Wilson! Wie lange hältst du's ohne Sex aus?"
Wilson: "Wie lange hältst du es aus, ohne andere zu nerven?"
Wilson: "Du schmeißt mich raus? Schon nach einer Nacht?"
House: "Denkst du wir sollten erst zur Eheberatung?"
Seine Spielchen
House ist ein ruheloser Geist. Ständig muss er irgendwas spielen. Sind es nicht Gitarre oder Klavier, müssen Jo-Jos und Playstations herhalten. Darsteller Hugh Lauries ist übrigens auch privat Klavierspieler, alle Stücke in der Serie spielte er persönlich. Chefin Cuddy ist von House' Spielereien selten angetan. Vor allem, wenn er ihr mit einem Lolli Farbe aufs T-Shirt schmiert. Typischer Dialog:
(Cuddy stöpselt House' E-Gitarre aus dem Verstärker aus)
Cuddy: "Sie haben in den letzten zwei Wochen absolut nichts getan. Das Konzert ist zu Ende."
House: "In welcher kranken Welt leben Sie eigentlich, in der das Beherrschen von Eddie van Halens zweihändiger Tapping-Technik absolut nichts ist?"
Der Darsteller
Wer ist der Mann, der es schaffte, diesen seltsamen Typen zu spielen? Hugh Laurie ist Brite, er kam 1959 in Oxford zur Welt, ging in Eton zur Schule und studierte in Cambridge Archäologie. Seine Schauspiel-Karriere startete er im Theater, spielte später zum Beispiel in den Filmen "Sinn und Sinnlichkeit" und "Flug des Phoenix" mit.
Für die Darstellung des Dr. House erhielt Laurie pro Folge 400 000 Dollar. Trotzdem war er nicht immer zufrieden. In einem Interview sagte er über seine Paraderolle: "Die Serie lief und lief und lief, und ich dachte, ich werde verrückt. Danach habe ich aber meinen Frieden mit House gemacht. Ich mag diese Figur, noch nach so vielen Jahren, ich liebe ihn sogar."
Inzwischen dreht Laurie wieder Kinofilme - zum Beispiel "The Oranges"- und feilt an seiner Karriere als Musiker. 2011 veröffentlichte er sein Debütalbum „Let Them Talk“. Darauf zu hören: Blues und Jazz.
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