"Ein Quantum Trost": Zweiter Bond-Einsatz für Daniel Craig

Vor zwei Jahren ist BRIGITTE.de-Redakteurin Katharina Wantoch an dieser Stelle ganz schön ins Schwärmen geraten. Der Grund hatte blaue Augen, einen durchtrainierten Körper, rauen Charme und hörte auf den Namen Bond. Entsprechend heiß war sie jetzt auf Daniel Craigs zweiten Einsatz im Geheimdienst ihrer Majestät - und deshalb auch bereit, über den bescheuerten Titel "Ein Quantum Trost" (Kinostart 6. November) hinwegzusehen.

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Schon wieder eine Premiere bei Bond. Letztes Mal der neue Hauptdarsteller, dieses Mal das Prinzip Fortsetzung. Ja, tatsächlich knüpft zum ersten Mal in der langen Bond-Film-Geschichte ein Streifen direkt an seinen Vorgänger an. Und auch wenn es bei Bond eigentlich nicht so sehr auf die Handlung ankommt, hat man doch mehr vom "Quantum Trost", wenn man zuvor das "Casino Royale" besucht hat. Das verließ der gute James als Mann mit gebrochenem Herzen, weil seine große Liebe Vesper ihn verraten hat. Doch Vesper war irgendwie auch nur ein Opfer und am Ende tot. Deshalb macht sich James Bond nun auf die Suche nach dem großen bösen Mann im Hintergrund - und findet einen kleinen bösen Mann. Dominic Greene (Mathieu Amalric aus "Schmetterling und Taucherglocke"), skrupelloser Geschäftemacher und treibende Kraft in der mysteriösen Organisation "Quantum", die überall ihre Abgesandten hat. An ihm ist nicht nur Bond interessiert, sondern auch die resolute Camille (Olga Kurylenko), die eine persönliche Rechnung mit einem von Greenes Geschäftspartnern offen hat.

"Ein Quantum Trost" (Regie: Marc Forster) knüpft nicht nur inhaltlich an den Vorgängerfilm an, er bleibt auch der neuen Bond-Linie aus "Casino Royale" treu. Keine tollen High-Tech-Spielzeuge für James und damit auch kein Q. Keine wirren Weltzerstörungspläne, sondern ein Bösewicht, der sich als Öko-Wohltäter ausgibt und Herrschaft über die Wasser-Reserven gewinnen will. Und mittendrin ein James Bond, der die feine englische Art abgelegt hat und einen körperbetonten Kampf gegen das Böse führt. Ohne Rücksicht auf Verluste, und ohne dass seine Chefin M (Judi Dench) immer so genau weiß, was ihr Superagent gerade macht.

Trotz ähnlicher Zutaten schmeckt der Bond-Cocktail diesmal nicht ganz so gut wie im "Casino Royale". Zu unvermittelt wird man in die Geschichte geschubst, zu schnell werden am Anfang die Handlungsorte gewechselt. Aber dem smarten Daniel Craig folgt man letztlich natürlich doch bereitwillig um den Globus und darf sich dafür unter anderem an einer sehr hübsch komponierten Szene auf der Bregenzer Opernbühne und einem Wiedersehen mit Mathis (Giancarlo Giannini) aus Craigs erstem Bond-Einsatz erfreuen.

Was unserem James und uns diesmal leider verwehrt bleibt, ist eine richtige Sexszene. Das, liebe Macher, muss im nächsten Bond-Abenteuer bitte wieder anders werden. Auch eine Doppelnull braucht schließlich Zuwendung, "Ein Quantum Trost" allein reicht da nicht.

Der Trailer zum Film

  • Artikel vom 03.11.2008
  • Fotos und Trailer: Sony Pictures
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