Dwight Bleichert (Josh Hartnett, l.) und Lee Blanchard (Aaron Eckhart)
Bis heute konnte der Mord an dem Hollywood-Starlet Elizabeth Short, genannt die Schwarze Dahlie, nicht aufgeklärt werden. Ihre grausam zugerichtete Leiche fand man am 15. Januar 1947 auf einem unbebauten Grundstück in der Nähe des Leimert-Parks im Zentrum von Los Angeles. Dieses rätselhafte Verbrechen bildete die Grundlage für James Ellroys 1987 erschienenen Roman "The Black Dahlia", dem Auftakt seines "L.A. Quartets", zu dem auch "L.A. Confidential" gehört. Der hat bereits 1997 den Weg auf die Leinwand gefunden. Und um es gleich vorweg zu nehmen: An Curtis Hansons Meisterwerk kommt Brian de Palma mit seiner Leinwand-Adaption der "Black Dahlia" nicht heran. Trotzdem ist ihm ein durchweg sehenswerter Thriller in bester Film-Noir-Tradition gelungen.
Im Los Angeles der späten 40er Jahre regieren korrupte Politiker, skrupellose Cops, kaltblütige Gangster und zwielichtige Filmemacher, die junge Schauspielerinnen und deren Träume vom Stardasein gnadenlos ausnutzen. Durch diesen Sumpf aus Gewalt und Korruption kämpfen sich die Polizisten und Ex-Boxer Dwight "Bucky" Bleichert (Josh Hartnett) und Lee Blanchard (Aaron Eckhart), zwei Aushängeschilder des Los Angeles Police Departments. Als sie mit der Aufklärung des Mordes an Elizabeth Short beauftragt werden, hat das fatale Folgen. Blanchard ist derart besessen von dem Fall, dass seine Beziehung zu Kay (Scarlett Johansson), einem ehemaligen Gangster-Liebchen, darunter leidet. Bleichert gerät auf Abwege, als er bei seinen Ermittlungen die rätselhafte Madeleine Linscott (Hilary Swank) kennen lernt, eine Femme fatale, die zufällig ein anstößiges Verhältnis mit der "Black Dahlia" hatte ...
Brian de Palma beweist viel Gespür für die Ära und die Schattenseiten der Glamour-Stadt Los Angeles. Detailgetreu ließ er in Bulgarien das L.A. der 40er Jahre auferstehen. Seine Hauptdarsteller passen gut in diese Kulisse und bewegen sich dort souverän. Scarlett Johansson erinnert dabei ein bisschen an Veronika Lake, Hilary Swank hat etwas von Rita Hayworth und den Herren Eckhart und Hartnett stehen Hüte und im Mundwinkel angerauchte Zigaretten ganz hervorragend.
Nur manchmal, da droht die komplexe Geschichte mit ihren vielen Nebenhandlungen in der Wucht der Inszenierung unterzugehen. Aber glücklicherweise findet man sich dann doch immer wieder zurecht - und anders als in der Realität präsentiert man uns hier am Ende sogar einen Täter.













