Sondra Pransky (Scarlett Johansson) und der vermeintliche "Tarotkarten-Killer" (Hugh Jackman)
War "Match Point" für Woody Allen-Verhältnisse ungewöhnlich düster und wenig dialoglastig, kehrt der Regisseur nun zu Wortwitz und schnellen Schlagabtäuschen zurück. "Scoop" ist auch deshalb ein klassischer Woody-Allen-Streifen, weil der Meister nach zwei Filmen Pause wieder selbst mitspielt. Erfreulicherweise hat Allen diesmal aber darauf verzichtet, sich die Rolle des Liebhabers zuzuschreiben. Womöglich hat der 70-Jährige in einem Anflug von Altersweisheit tatsächlich begriffen, dass es für diesen Part inzwischen bessere Besetzungen gibt.
Unschlagbar gut ist er dafür in der Rolle des äußerst mittelmäßigen Bühnenmagiers Sid Waterman, auch Splendini genannt. Mit seinem eigentlichen Beruf schon fast überfordert, mutiert er plötzlich auch noch zur Vaterfigur und wird in einen Kriminalfall hineingezogen - alles dank der Journalistik-Studentin Sondra Pransky (Scarlett Johansson). Als die nämlich eines Abends in Sids Bühnenshow sitzt, erscheint ihr der verstorbene Journalist Joe Strombel (Ian McShane), um ihr aus dem Jenseits eine Knüller-Story, einen "Scoop", zuzuspielen. Zu Lebzeiten war Strombel dem mysteriösen "Tarotkarten-Killer" auf den Fersen und verfolgte zuletzt eine heiße Spur, die direkt zu dem attraktiven britischen Aristokraten Peter Lyman (Hugh Jackman) führte. Sondra soll die Recherchen fortsetzen. Gemeinsam mit Sid macht sie sich auf die Jagd. Als sie Peter Lyman kennen lernen, gibt Sondra Sid kurzerhand als ihren Vater aus. Doch auch in dieser Rolle kann er nicht verhindern, dass Sondra nach und nach dem Charme des vermeintlichen Mörders Lyman erliegt ...
"Scoop" ist vielleicht nicht der ganz große "Knüller" im filmischen Universum von Woody Allen, aber ein durchaus sehenswerter, komischer Film mit vielen netten Einfällen und einem gut aufgelegten Ensemble. Hugh Jackman spielt seinen Peter Lyman als gelungene Mischung aus Chris Wilton und Tom Hewett, den beiden Protagonisten aus "Match Point". Scarlett Johansson weiß als bebrillte und sehr lebhafte Studentin zu bezaubern. Die komischsten Momente des Films gehören aber eindeutig dem Magier Splendini. Nur gut, dass Woody Allens Filmkunst Splendinis Zauberkünste um Längen übertrifft.













