Jessica Schwarz als Romy Schneider: Gewagt, gewonnen?

Wie verfilmt man das Leben von Romy Schneider? Am 11.11. lief die Antwort: "Romy" mit Jessica Schwarz als Romy Schneider. Hat Sie der Film überzeugt? Schreiben Sie einen Kommentar und lesen Sie die persönliche Filmkritik von Alice Schwarzer. Dazu: Fotoshow und Quiz.

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Was hätte Romy Schneider wohl zu dieser ersten Verfilmung ihres Lebens gesagt? 1982 ist sie im Alter von nur 43 Jahren gestorben, tief erschöpft vom Leben. Ich glaube, Romy wäre wahnsinnig erschrocken gewesen über so ein Projekt und hätte auch nach Ansehen dieses Films über vieles gerechtet, was fehle oder doch so ganz anders gewesen sei. Aber sie wäre wohl auch getröstet gewesen. Getröstet von diesem Versuch, sie zu verstehen. Und getröstet von der Ernsthaftigkeit des Films, der kein spekulatives Abziehbild eines noch immer vermarktbaren Idols liefert, sondern das Produkt einer differenzierten Annäherung ist.

Sicher, wenn man, so wie ich, nicht nur selber über das Leben von Romy Schneider geschrieben hat, sondern ihr auch mehrfach persönlich begegnet ist, fällt es zunächst schwer, eine Romy zu akzeptieren, die eben nicht Romy ist, sondern Jessica Schwarz. Doch rasch wird klar, wie viel diese Schauspielerin von Romy verstanden hat und wie überzeugend sie deren Fühlen, Denken und Träumen darstellen kann. Ganz dicht dran scheint die Schauspielerin mir zum Beispiel in einer Szene, in der sie bei Reportern, die eigentlich gekommen waren, um Ehemann Meyen zu interviewen, plötzlich in einen Rausch gerät. Die in ihrer Volltags-Mutterrolle längst Frustrierte lässt sich von den Journalisten verführen, ihre neuen Kleider vorzuführen: Sie posiert, kokettiert, verführt - ist nicht länger die Hausfrau von nebenan, sondern wieder die berühmte, berüchtigte Romy Schneider.

Die Romy-Darstellerinnen (die ganz junge Romy wird von Alicia von Rittberg gespielt) lassen uns erleben, wie Rosemarie Albach-Retty zu Romy Schneider wurde: vom jungen, von den berühmten Eltern kaum besuchten Mädchen im katholischen Internat, das sich in Träume und Schwindeleien flüchtet; über den Kinderstar, der mit 17 als Sissi weltberühmt wird; bis hin zu der in Frankreich hochgeachteten Schauspielerin und desillusionierten Frau, die Tabletten schluckt gegen die Angst und Champagner gegen die Einsamkeit.

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  • Fotos: Cinetext, SWR/Pfeifer
    ein Artikel aus der BRIGITTE 24/09
Letzte Kommentare
  • naikee
    am 17.11.09 um 10:30
    Als großer Romy-Fan war ich von dem Film sehr enttäuscht (hatte ihn aufgenommen und sofort wieder gelöscht). Viele Biografien habe ich von Romy Schneider gelesen/gesehen. Dieser Film blieb zu sehr an der Oberfläche, hat nicht die ECHTE Romy gezeigt. Obwohl mir die Bemühungen, Romy objektiv darzustellen, nicht entgangen sind.
    Beeindruckend die Schlusssequenz, und der Verzicht auf große Effekthascherei.
    Mutig Jessica Schwarz, die sich dieser gewaltigen Herausfoerderung gestellt hat.
    --fazit: Wer Romy Schneider kennén lernen möchte, muss sich wohl andere Quellen suchen.
    z.B. Unvergesslich: eine ca. 2 stündige filmische Biografie, in der Romys Freundin über Romy erzählt (lief vor Jahren im TV)
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