Witzig, wütend, wunderschön: Kunst aus Spam-Mails
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Kreative Rache: Bill Shacklefords Schredder- Installation "Spamtrap" richtet sich an alle, die einfach genervt sind
Die Chance auf eine Greencard, gefälschte Uhren täuschend echt, Penisvergrößerungen, Viagra, Hilfe für Nigerianer in der Schuldenfalle - viele Spams versprechen ein besseres Leben. Simon Hof von der Kölner Band plus49 konnte sich irgendwann der lyrischen Kraft dieser Einzeiler nicht mehr entziehen, wie er sagt. Das erste Stück ihres aktuellen Albums heißt "Do Not Reply" - der Song besteht nur aus Spam-Sätzen. "Is it really summertime", singen die Jungs, oder "Your success, relax and take the time". "Wir wollen aus Schwächen Stärken machen", sagt Hof. "Was sonst nervt, macht bei uns Sinn." Ein Songtext als Collage - eine Technik, die wieder an die Vorläufer der Kunstszene im 20. Jahrhundert erinnert: "Was einst Demontage und Collage waren, ist heute beim Computer ,copy and paste'", sagt Kunst-Expertin Christiane Riedel.
Statt Werbebroschüren auseinanderzureißen und neu zusammenzusetzen, zehren die Künstlerinnen und Künstler heute von digitalen Versatzstücken, die frei Haus kommen. Und manchmal mischen sie auch noch ein bisschen echte Spam-Geschichte in ihre Werke. So wie die Band plus49: In ihrem Videoclip treten sie als Wikinger auf - so wie Monty Python in ihrem prägenden Sketch, ohne den der Einsilber "Spam" nie Karriere gemacht hätte.
Vorsicht, Spam-Kunst! Die besten Links
Digitale Spamkunst von Alex Dragulescu: www.sq.ro
Online-Spielerei, die Spams verwandelt: www.spamrecycling.com
Das Kunstprojekt Spam-Briefe zum Nachlesen: http://thespamletters.com
T-Shirts mit Spamzeilen: www.spamshirt.com
Und unsere Tipps gegen Junk-Mail: www.brigitte.de/spam













