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Seine Lieblingsfilme
"Casablanca"
Obama will das gespaltene Amerika vereinen, und da ist "Casablanca" ein guter Anfang. Auf Michael Curtiz' Weltkriegs- und Exilanten-Drama von 1942, das Humphrey Bogart und Ingrid Bergman unsterblich machte, können sich wirklich alle einigen: größtmögliche Liebe ("Uns bleibt immer Paris"), Selbstverleugnung im Dienst der guten Sache (er lässt sie mit dem Widerstandskämpfer ziehen) und am Ende zum Trost: Männerfreundschaft.
"Der Pate"
Ein wenig sperriger sind "Der Pate" und "Der Pate 2", richtige Jungsfilme, die das organisierte Verbrechen ordentlich mit Glamour aufladen. Da geht's um Ehre, Respekt und Tradition und darum, in einer schmutzigen Welt so sauber wie möglich zu bleiben: Don Vito Corleone (Marlon Brando in der meistparodierten Filmrolle aller Zeiten) möchte mit dem neumodischen Drogenhandel nichts zu tun haben, sondern lieber ein herkömmlicher Mafioso bleiben, das gelingt ihm aber nicht. Teil 2 variiert das Thema. "Der Pate 3" mag außer Regisseur Francis Ford Coppola übrigens niemand, auch der Präsident nicht.
"Lawrence von Arabien"
Politisch gesehen überraschend ist "Lawrence von Arabien", Obamas dritte Wahl. In David Leans Meisterwerk von 1962 spielt der große Peter O'Toole (1,88 m) den britischen Offizier T. E. Lawrence: Er wird im Ersten Weltkrieg auf die arabische Halbinsel entsandt, passt sich der dortigen Lebensweise an, wird zum Beduinenführer, Araberversteher und Volkshelden, fängt an, sich selbst zu überschätzen, scheitert beim Versuch, den Arabern Unabhängigkeit zu verschaffen, und stirbt desillusioniert.
Obama wurde oft vorgeworfen, er inszeniere sich als Heilsbringer; offenbar hat er sich jedoch intensiv mit dem Scheitern dieses Selbstentwurfs beschäftigt (bei Lawrence und Corleone). Sein Blick auf den arabischen Raum (nicht die Lieblingsregion seiner Vorgänger) könnte interessiert und verständnisvoll sein. Die Frage ist, ob er im Zweifelsfall der Versuchung widerstehen kann, dann doch wieder "die üblichen Verdächtigen" zu verhaften ("Casablanca"). Und die Europäer, die sich so auf Obama freuen, werden vermutlich schon bald von ihm wie in "Der Pate" das eine oder andere Angebot bekommen, das sie "nicht ablehnen können" - ihr dürft Truppen schicken, Geld oder wenigstens den BND.













