Barbara Rudnik: Eine Starke Stimme für BRIGITTE

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Ein Hotel macht einen zum Gast, manchmal auch zu einem besonderen. Der Kosmos der "Long-Stay-Guests", so werden sie im Fachjargon genannt, ist ein spezieller. So existieren viele verschiedene Welten parallel an diesem Ort. Wie unterschiedliche Handlungsstränge einer Geschichte, die manchmal nur der Zufall oder die Hand des Schriftstellers zusammenbringt. Wie bei Vicki Baum. Und irgendwelche Menschen an diesem Ort wissen also, was Langzeitgast Barbara Rudnik am liebsten mag, was man ihr aufs Zimmer bringen und womit man sie besser verschonen sollte. Verrät sie es?

"Erstens: Was ich überhaupt nicht ertragen kann, ist künstliche Luft. Wenn ein Hotel ein Klima hat, das mit dem draußen nichts zu tun hat, und ich kein Fenster öffnen kann. Und zweitens ist es mir lieb, wenn meine Zimmer nach Westen ausgerichtet sind. Wenn ein Dreh schon am frühen Abend endet, dann kann ich wenigstens noch die Sonne genießen."

Barbara Rudnik mag einfache Häuser. Das spürt man, sobald sie von einem kleinen Familienhotel in Südfrankreich schwärmt oder dem letzten Wanderurlaub in Südtirol.

"In Frankreich hatte ich ein ganz besonders hübsches Zimmer, darunter war die Terrasse, wo alle gefrühstückt haben. Ich hörte die Leute unten sprechen, das Wetter war schön. Es gab keine Fernseher auf den Zimmern. Das war in Marseillan, in der Nähe von Sète. In Südtirol habe ich so gut geschlafen wie nie in meinem Leben. Ich war mit Freunden im "Hofer Alpl", so einem mit rot karierter Bettwäsche. Es herrschte eine solche Ruhe, wir hatten einen unglaublichen Blick - alles für vierzig Euro inklusive sagenhafter Vollverpflegung. Auf Tournee war ich mal bei einem alten Ehepaar irgendwo im Norden zu Gast. Die beiden haben das Frühstück selbst gemacht und jedem Gast gebracht. Ich war selig ohne Standard- Büfett, aber alle anderen waren unzufrieden. Weil die Auswahl nicht so groß war und weil alles eben ein bisschen länger gedauert hat. Alle meckerten, ich habe mich so geschämt."

Die guten Hotelgeschichten entstehen, wenn etwas nicht so ist wie immer. Oder wenn Dinge geschehen, die außerhalb unserer Macht liegen. Wie in Grönland. Dort hatte Barbara Rudnik furchtbare Nächte. Nicht, weil die Betten so kurz waren...

"Wir drehten in einer sehr kleinen Ortschaft namens Ilulissat. Und mussten zu zweit oder zu dritt in Zimmern schlafen, weil es nicht genügend gab. Aber das größere Problem war, dass es in diesem Ort etwa dreimal so viele Hunde wie Einwohner gab, und solche Huskies, die heulen auch gern mal. Da fing einer an, und alle anderen dreihundert Huskies heulten mit. Es war grauenvoll."

  • Silke Stuck
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