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Sie hat es mal wieder geschafft: Schlagzeilenfrau Charlotte Roche bietet Sex für Anti-Atom-Politik und erntet Entrüstung. Ihre sieben größten Skandale...
Gäbe es ein Bundesministerium für Provokation, sie wäre die Ministerin. Ex-Viva-Moderatorin und Feuchtgebiete-Autorin Charlotte Roche, 32, hat in einem Spiegel-Interview Bundespräsident Christian Wulff angeboten, mit ihm ins Bett zu gehen, wenn er das Gesetz zur Laufzeitverlängerung nicht unterschreibt. "Ich habe auch Tattoos", wirbt Charlotte Roche. Eine unangepasste, furchtlose Frau und ihre Skandale – von der Penislesung bis zum Trick mit dem künstlichen Zahn, vom Sperma-Drink bis zu Ideen, was man mit Avocadokernen alles anstellen kann.
Sie hatte einfach das Gefühl, das Gespräch würde zu langweilig, wird Charlotte Roche später sagen. Das Gespräch mit einem der größten Popstars der Welt, mit Robbie Williams. Auf die Frage, was er so für Musik höre, sagte er dann auch noch, "seine eigene". Da reichte es Roche: "Trinkst du auch dein eigenes Sperma?" Williams reagierte erst irritiert, dann amüsiert.
"Was möchten Sie denn wissen?", fragte BRIGITTE zum 50-jährigen Heft-Jubiläum Prominente wie Angela Merkel, Charlotte Knobloch, Renate Schmidt und beantwortete Fragen nach Gleichberechtigung, Männlichkeit oder warum Matratzenläden immer an Straßenecken sind. Auch Charlotte Roche stellte eine Frage: "Ich habe von einer Sexpraktik gelesen, "Cockstuffing", die klang unglaublich. Gibt es so etwas wirklich?"
Irgendwann hieß die Lesereise nur noch die "Penislesung". Charlotte Roche tourte 2004 zusammen mit Christoph Maria Herbst durch Deutschland, im Gepäck eine Dissertation: "Penisverletzungen bei Masturbation mit Staubsaugern". Während der Lesungen sollen einige männliche Zuhörer in Ohnmacht gefallen sein.
"Mir fehlt vorne ein Schneidezahn", sagte Charlotte Roche, nahm die Prothese raus und legte sie vor Harald Schmidt auf den Studiotisch. Lispelnd plauderte sie mit dem verblüfften Schmidt über Taschenreinigung und galoppierende Paradontitis. "Ich kann auch einen super Trick", unterbrach Roche die Sendung, stand auf und warf den Ersatzzahn in die Luft, schnappte ihn sich mit dem Mund, setzte ihn mit der Zunge wieder ein, grinste: "Man muss mit seinen Behinderungen auch umgehen können."
"Ein Feuchtgebiet ist ein Gebiet, das im Übergangsbereich von trockenen zu dauerhaft feuchten Ökosystemen liegt", sagt das Lexikon. Und Feuchtgebiete"? Eine Stichwortauslese aus Charlotte Roches erstem Roman: Helen, 18, Muschistudium, Intimhygiene, Körpergerüche, Analfissur, Duschkopf-Experimente bei der weiblichen Masturbation, Avocadokerne. "Aber nicht alles ist zum Nachahmen gedacht", sagt Roche. Ergebnis: fast zwei Millionen verkaufte Exemplare, sieben Monate an der Spitze der Literatur-Charts und - Roche gilt als Skandalautorin.
Nach dem Wirbel um ihren Roman sei es wie ein Wunder gewesen, so einen seriösen Job übernehmen zu können, sagte Roche nach ihrer Unterschrift. Zusammen mit Giovanni di Lorenzo die traditionsreiche "3nach9"-Talkshow zu moderieren, sei "eines der ganz seltenen Angebote im Fernsehen, die man nicht ausschlagen kann." Nach nur fünf weitgehend zahmen, skandalfreien Sendungen beenden Roche und der Sender Anfang des Jahres die Zusammenarbeit. Zu unterschiedliche Vorstellungen, sagte Roche. Der Skandal? Dass es keinen gab.
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Da springe ich lieber im Fallschirm über Tschernobyl ab.