E-Mail-Wechsel: Daniel Glattauer über die Liebe
- Liebe Frau Gerstberger, ein schönes Erlebnis im Altai-Gebirge! Sollte ich wieder ein Buch über Liebesangelegenheiten schreiben (was sehr wahrscheinlich ist), dann haben Sie mir hiermit bereits eine Cover-Idee geliefert: die beiden Schwäne mit ihren zum Herzen verknoteten Hälsen. Naja, kommt wahrscheinlich zu kitschig rüber, aber dafür bin ich leider sehr anfällig. Ich bin übrigens auch ein leidenschaftlicher Liebeszeichensammler. Hier, hinter meinem Schreibtisch, sind einige Läden voll solcher Erinnerungen, die ich von der Pubertät bis ins Pensionsalter hinüberretten werde. Besonders wertvoll: ein gebastelter Adventkalender, Jahrgang 1980, bestehend aus durchnummerierten Walnussschalen (jeweils zwei Hälften, zugeschnürt zu vollständigen Nüssen), in denen sich je ein kleines zerknülltes Zettelchen befindet, auf dem eine Liebesbotschaft von Babsi an mich geschrieben steht. Damals durfte ich jeden Tag eine Nuss öffnen und hatte mich diese 24 Tage so intensiv geliebt gefühlt wie selten danach, was mich selbst natürlich in irre Verliebtheit in Babsi gestürzt hat, für die ich ein Liebesgedicht nach dem anderen geschrieben habe. Fatalerweise war unsere "Beziehung" wenige Wochen später zu Ende. - Wir hatten es zwar blendend verstanden, Zeichen zu setzen, aber wir konnten sie im Zusammensein nicht umsetzen.
So. Nun bleibt mir, Ihnen am Ende "einfach, klar, schnörkellos, ohne Scham und ohne Umwege" danke für das anregende, spannende, manchmal sogar aufwühlende, jedenfalls ungewöhnlich offene Gespräch zu sagen! Und wir beide, Frau Gerstberger, können uns ja gelegentlich "off the records" weiter unterhalten. Ein gutes, sich niemals erschöpfendes Thema haben wir ja schon. Alles Liebe aus Wien und schöne Grüße in den Norden!
Daniel Glattauer












-
am um
-
Francis77
am 21.06.09 um 22:08
Gut getroffen! Bestimmt auch U2, Linkin Park, Cold Play, z.B. Trouble. Emmis Musikgeschmack wird bestimmt auch von ihren Teens beeinflusst...Und für den AHA-Effekt, den sie im ersten Buch hat: Ich + Ich- du erinnerst mich an Liebe. Den Whisky sehe ich als Sinnbild, um starke Gefühle schnell und effektiv wegzuspülen. Die Steigerungform von Whisky heißt dann wohl Verdrängung...;-)
-
Grace
am 19.06.09 um 21:01
Emmi? Sehr gute Frage, vielleicht Sting? Alanisse Morissette (bestimmt falsch geschrieben), also auf keinen Fall Schlager und weniger POP, bestimmt auch gerne Klassik, vielleicht auch die Rolling Stones und Oasis.
-
Francis77
am 17.06.09 um 18:30
Na, und was würde Emmi hören? Lässt sich die Frage beantworten, ohne dass die eigenen musikalischen Vorlieben einfließen?
-
Grace
am 16.06.09 um 22:12
NEIN! Wir kennen uns . Jaja-Klar Feel, aber bitte auch Angel. Habe mir heute endlich das Buch gekauft...es macht wirklich süchtig.
-
Francis77
am 16.06.09 um 20:12
Feel-Robbie Williams
-
Grace
am 15.06.09 um 22:55
Ach, da fallen mir soooooooooooo viele ein: als aller erstes "Herzscheiße" von Funny van Dannen, "Novemberrain", "Mond über Berlin" von Klaus Hoffmann, "Ich war noch niemals in New York" von Udo Jürgens oder "Liebe ohne Leiden", unbedingt U2, New Model Army, REM, auch Kompliment von den Sportfreunden Stiller, Leonard Cohen,NENA, Beatles und Rolling Stones, Cat Stevens (Father & Son), auch die ÄRZTE wären bei mir auf jeden Fall dabei, aber auch Ina Deter, Metallica, Marius M.-W. (mir Hermann!!!), Grönemeyer, u.s.w.....
-
Francis77
am 13.06.09 um 08:25
Hallo Grace, für mich sind "Kassettenjungen oder -mädchen", diejenigen die die Kassetten aufnehmen. Entweder man nimmt Musik auf, die einem selbst besonders gefällt und schaut wie der andere sie findet oder man versucht den Geschmack des anderen zutreffen. Wer den Geschmack treffen möchte, hört zu und sieht hin. Welcher Song wird lauter gedreht? Welche Melodie gesummt? Oft sagen die Leute aber von alleine, was gefällt. Und welches Lied würde man dann auf eine Glattauer-CD brennen? Z.B. "If you leave me now.." (siehe Text)
-
Francis77
am 13.06.09 um 08:03
...offen angegangen und positiv und optimistisch uminterpretiert.
-
Grace
am 12.06.09 um 21:34
Ich war auch total ergriffen, von diesem spannenden Interview. Ich finde, es prickelt aus jedem Buchstaben heraus. Besonders das "Kassettenmädchen" hat mich mitten ins Herz getroffen, weil ich auch mal so ein Mädchen war und wenn mir heute jemand mit einer Kassette oder CD mit seinen Lieblingsliedern käme, wäre ich - egal wie beschissen ich die Musik finden würde ;-)- hoffnungslos verloren. Jaja. Macht ja zum Glück keiner und Glattauers Argumentation fand ich auch sehr verständlich und trotzdem ticke ich anders-leider?
-
Francis77
am 12.06.09 um 18:13
Liebe Leserinnen und Leser!
mehr (10)Lese gerade "Alle sieben Wellen" - es ist echt richtig schlimm mit den Büchern, alles verwahrlost, bis sie durch sind und das Emmi auch so gerne Whisky trinkt-unfassbar..
P.S. Hello again von Howiiiiii
Ich denke Emmi ist wachstumorientiert, während ich in Bernhard mehr den Schicksalsgläubigen sehe. Leo würde ich dazwischen ansiedeln.
Liebe Frau Gerstberger, ich bewundere Sie sehr !
Mir gefällt das Interview sehr gut, deshalb möchte ich es gern ergänzen. Knee & Canevello berichten darüber, wie Annahmen den Verlauf von romantische Beziehungen beeinflussen. Zwei Sichtweisen werden unterschieden: Schicksal und Wachstum.
Wer Beziehungen eher als schicksalhaft annimmt, der sieht sie als fest und stabil an. Dem Beziehungsbeginn wird dann eine hohe Bedeutung beigemessen, denn er bestimmt den Verlauf.
Wer Beziehungen eher als wachsend erlebt, dem erscheinen sie wesentlich instabiler. Dem Beginn wird nicht so eine hohe Bedeutung beigemessen. Man glaubt ans "Zusammenraufen".
Je nachdem was man für ein Typ ist, geht man mit Problemen in der Beziehung anders um. Die Schicksalglaubenden wenden sich eher anderen Dingen zu oder versuchen es eher mit "Aussitzen". Sie glauben nicht, dass man etwas tun kann, um die Beziehung zu erhalten. Wer an Wachstum glaubt, der glaubt auch eher, dass sich Probleme lösen lassen. Diese werden dann offen anges