Ildikó von Kürthy: Eine Frau, die niemals langweilig sein will

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Woher kennt diese Autorin mein Leben und meine Gefühle?

Wie viel Besonderes steckt in einem ganz normalen Leben? Ildikó von Kürthy nimmt ihr Gegenüber immer wieder ins Visier, und man fragt sich, was sie wohl schon entdeckt hat, das sich für einen ihrer Texte eignet. Aber sie richtet ihren scharfen Blick und ihr Gespür für Pointen nicht nur nach außen, sondern auch nach innen. Als 2006 ihr Text "Haupsache dünn?" als BRIGITTE-Dossier erschien, schrieben viele Frauen mit dem Tenor: Woher kennt diese Autorin mein Leben und meine Gefühle? Und wie schafft sie es, dass ich jetzt darüber lachen kann?

Selbstironie ist eine ihrer großen Stärken. Sie selbst nennt es auch "selfish", selbstbezogen. "In meiner Beziehung bin ich nicht diejenige, die sich total hingibt, aufopfert, aufmerksam ist. Dazu bin ich zu sehr mit mir beschäftigt." Und ihr Mann? "Er kann das erstens aushalten, zweitens liebt er es - meistens. Er kreist weit weniger um sich selbst, sonst ginge das gar nicht." Standardfrage an eine Mutter: Wie weit hat ihr heute dreijähriger Sohn ihr Leben verändert? "Ich bin glücklicher, kompletter, aber nicht weniger selbstbezogen. Gabor hat mir nicht, wie ich gehofft hatte, den Sinn des Lebens frei Haus geliefert. Ich muss immer noch sehen, dass ich mein Dasein selbst erfülle. Viele Mütter denken, wenn sie ein Kind haben, hat sich das erledigt." Immerhin kennt sie nicht das alltägliche Gezerre, Beruf und Kind gleichermaßen gerecht werden zu wollen und es doch nicht zu schaffen. Sie und ihr Mann arbeiten beide frei und kümmern sich um den Sohn. Ein großer Luxus.

Ihr Dasein erfüllt sie gerade wieder mit Schreiben, sie hat vor Kurzem ein neues Buch angefangen. Ihr Mann, selbst Journalist, ist ihr erster Leser. Keiner, der seine Kritik in Watte packt. "Ich bin sicherlich leicht verletzt, und er ist leicht verletzend. Da prallen zwei ungünstige Temperamente aufeinander." Vor Jahren witzelte ein Kritiker, Ildikó von Kürthy schreibe "wie Inge Meysel auf Ecstasy". Das saß. Doch Ildikó nahm es zunächst als Kompliment. Vielleicht eine Form von Selbstschutz. Natürlich ist sie stolz auf ihren Erfolg. "Wer hätte das gedacht? Ich selbst am allerwenigsten." Wenn sie heute in verschiedenen Genres schreibt, ist das für sie, als wären "verschiedene Muskelgruppen aktiviert". Der Journalismus sei ihr Beruf, und den nehme sie sehr ernst. "Die BRIGITTE-Kolumne ist keine Affäre, sondern eine Liebesheirat. Ich hoffe auf eine lange und glückliche Beziehung. Bis man mich irgendwann rückwärts rausträgt."

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  • Artikel vom 14.10.2009
  • Foto: Mathias Bothor
    BRIGITTE Heft 23/09
Letzte Kommentare
  • HamburgerJung
    am 21.03.11 um 12:58
    Hallo Frau Kuerthy,
    meine Freundin hat mir ihre "letzte Seite" vom 09.03.2011 sichtlich vergnügt vorgelesen und meinte anschließend, dass es dann eben so sei, dass "mann" zum Streit gezwungen werden müsse, der sich ja eh' nur gemütlich setzen möchte, ohne jede Art der kritischen Auseinandersetzung. Hallo? Ich finde es furchtbar, dass sie auf diese Weise Frauen eventuell motivieren, auf so eindimensionalen Pfad mit Ihren Männern zu streiten. Eindimensional ist jedenfalls ihr Männerbild, was sie in ihrem Artikel strapazieren. Schon man darüber nachgedacht, ob sie in der Auseinandersetzung mit ihrem Partner sinnvoll in Dialog treten? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man ein (Beziehungs-)Ziel nur gut erreicht, wenn man den Weg gemeinsam geht. Wie würden Sie einen Artikel in einer Männerzeitschrift finden, in dem der Schreiber dazu auffordert, die Frauen öfter mal zu irgendetwas zu nötigen, insbesondere dann, wenn sie nein sagen?
  • venus-lady
    am 12.07.10 um 01:08
    liebe ildiko, ich find dich einfach genial. dein humor ist sensationell und du triffst immer ins schwarze. dir weiterhin ewigen erfolg wünsche... (die, die auch immer am rand sitzt ;-)
    knuddel !!
  • rose-lenz
    am 02.11.09 um 12:00
    ehrlich: das ist peinlich - nichts gegen die beschäftigung mit oberschenkeln - aber dass sie so zeitraubend ausfällt, dass für die weltpolitik keine beachtung mehr bleibt... oder soll das einfach eine metapher für die brigitte-marschrichtung sein? dann wäre sie gelungen. mir fehlt da schon lange der biss, ein frauenbild, das eben nicht zwischen sowohl-als-auch mäandert. das auch mal etwas aggressiver ist, das die dinge beim namen nennt, das politik und mehr geist beinhaltet, als man braucht, um eine brigitte-rezept nach zu kochen oder eine cellulite-creme aufzutragen. Ildiko von kürthy ist da nur konsequent so belanglos wie die ganze zeitschrift. wirklich schade, dass es nicht mehr regine sylvester in der brigitte gibt...
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