"Öfter lächeln wäre schön"

Julia Hummer wird 2005 noch viel von sich hören lassen. Die Schauspielerin hat eine eigene Band und wird Ende September ein Album rausbringen. Auf der Leinwand ist Julia Hummer dieses Jahr gleich zweimal zu sehen: in Christian Petzolds "Gespenster" (ab 22.9. im Kino) und dem Episodenfilm "Stadt als Beute" (ab 23.6. im Kino). Beide Filme liefen auf der Berlinale.

Mit Brigitte.de sprach Julia Hummer über die Tücken von High Heels, Ladendiebstahl und fiktive Biografien.

Julia Hummer in "Gespenster" Julia Hummer in "Gespenster"
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Brigitte.de: Sind Sie bei H&M eigentlich noch gern gesehen? In Ihren Filmen klauen Sie da ja immer...

Julia Hummer: Ich weiß es nicht, ich gehe nicht oft zu H&M. Aber früher habe ich in Läden immer die Hausdetektive angezogen wie die Motten das Licht. Das muss wohl an meiner Ausstrahlung liegen. Oder vielleicht dachten die Detektive auch: "Irgendwoher kenne ich die, da bleibe ich jetzt mal dran".

Brigitte.de: Und diese Anekdote hat Christian Petzold dann in den Film "Gespenster" eingebaut...

Julia Hummer: Ja, wie schon in "Die Innere Sicherheit", da habe ich auch geklaut. Überhaupt klaue ich sehr oft in meinen Filmen.

Brigitte.de: Und Sie verkörpern fast immer schwierige Charaktere: ein Heimkind ("Gespenster"), eine todkranke Frau ("Eierdiebe"), das Kind von Terroristen ("Die Innere Sicherheit"). Würden Sie nicht gern mal eine ausgelassene, fröhliche Frau spielen?

Julia Hummer: Ein bisschen öfter lächeln wäre schon schön. Eine richtig gute Komödie, so eine bitterböse, die würde mich reizen.

Brigitte.de: Sehen Sie denn Parallelen zwischen Ihrem eigenen Leben und den Charakteren, die Sie spielen?

Julia Hummer: Mittlerweile nicht mehr. Früher war ich eine Zeit lang sehr introvertiert. Aber bei mir ist das nicht anders als bei anderen Leuten: Man verändert sich einfach immer wieder. Deswegen fiel es mir in "Gespenster" auch viel schwerer als früher, mir so einen introvertierten Charakter zu erarbeiten. Ich fand es nervig, immer so große Augen zu machen und von unten zu gucken, mir ständig auf die Fresse hauen zu lassen und leiden zu müssen. Eigentlich wollte ich viel lieber die andere Rolle spielen, die Toni. Aber als ich sagte: "Lass doch Sabine (Sabine Timoteo, Anm. d. Red.) die Nina spielen, ich spiele die andere Rolle", hieß es, nein, das geht nicht.

Brigitte.de: Früher haben Sie den Journalisten gern erfundene Biografien präsentiert...

Julia Hummer: Das mache ich heute auch noch. Mal sehen, was mir gleich einfällt (lacht).

Brigitte.de: Ich versuche es trotzdem mal: Wie geht denn die echte Biografie von Julia Hummer?

Julia Hummer: Das werde ich immer gefragt - und dann wird doch wieder irgendetwas geschrieben. Aber alles, was man so liest, stimmt ein bisschen.

Brigitte.de: Ich nenne mal ein paar Stichworte: ohne Vater aufgewachsen...

Julia Hummer: Ja, das stimmt.

Brigitte.de: Mit vier Geschwistern...

Julia Hummer: Das stimmt auch...

Brigitte.de: Zwischenzeitlich wollten Sie dann zu Ihrem Vater ziehen ...

Julia Hummer: Hier wird's langsam kritisch.

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