Ganz neue Erfahrung: Julia Hummer als Nutte in "Stadt als Beute" mit Stipe Erceg
Brigitte.de: Und von dem Moment an war Ihnen klar, oh ja, ich werde jetzt Schauspielerin?
Julia Hummer: Ja, ich bin bei meinem ersten Film auch gleich in super Hände gekommen, mit dem Regisseur Sebastian Schipper und den Schauspielern Florian Lukas, Frank Giering und Antoine Monot jr. - drei Jungs, die den ganzen Tag rumblödeln. Ich habe gar nicht richtig gemerkt, was da passiert ist. Auf einmal sagte Sebastian: "Du kommst jetzt mal mit zu der Agentur, frühstücken". Danach riefen sie mich an und sagten, sie würden mich gern in der Agentur haben, aber ich hatte das gar nicht als Vorstellungsgespräch begriffen. Und dann habe ich einfach gemacht und durchs Machen viel gelernt.
Brigitte.de: Eine Schauspielausbildung wollten Sie nie machen?
Julia Hummer: Nach dem ersten Jahr habe ich darüber nachgedacht und mit vielen Leuten geredet. Letztlich bin ich meinem Gefühl gefolgt und habe mich dagegen entschieden. Ich hatte bisher viel Glück mit meinen Kollegen, von denen habe ich viel gelernt.
Brigitte.de: Haben Sie eine Lieblingsrolle, eine, von der Sie sagen, das fand ich am schönsten zu spielen?
Julia Hummer: Nein. In "Stadt als Beute" eine Nutte zu spielen, fand ich schon ganz toll, aber ich glaube nicht, dass ich 30 Drehtage durchgehalten hätte.
Brigitte.de: War wahrscheinlich ein bisschen kalt, oder?
Julia Hummer: Nein, das ging, aber ich bin ja eine totale Turnschuhfrau.
Brigitte.de: Also waren die High Heels das Problem...
Julia Hummer: In erster Linie die High Heels, an die falschen Brüste habe ich mich nach einiger Zeit gewöhnt, eine Perücke kam dann auch noch dazu. Irgendwann habe ich gefragt, ob ich die Rolle ein bisschen "comedymäßig" spielen kann. Das war die Rettung. Hinzu kam, dass die Nutte sowieso immer betrunken war und dann nicht mehr so gut gehen konnte.
Brigitte.de: Wie wählen Sie Ihre Rollen aus? Machen Sie nur das, was Ihnen Spaß macht?
Julia Hummer: Spaß machen in dem Sinne, dass die Arbeit mich bereichern muss, persönlich, meine ich. Und ich muss überzeugt sein, dass aus dem Drehbuch ein guter Film wird.
Brigitte.de: Das heißt, Sie lehnen Projekte auch ganz klar ab?
Julia Hummer: Wenn mich Geschichten interessieren, kann ich schwer Nein sagen. Nur habe ich es auch schon erlebt - ich sage jetzt aber nicht wo -, dass ich am Set war und dachte: "Mein Gott, das kann doch nicht wahr sein, was ich da jetzt sagen soll". Aber diese Erfahrung werde ich nicht noch einmal machen. Man muss sich eben ein paar Mal vertun, damit man weiß, was gut ist.











