"Öfter lächeln wäre schön"

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Julia Hummer: "Die Musik wird immer Teil meines Lebens sein"

Julia Hummer: "Die Musik wird immer Teil meines Lebens sein"

Brigitte.de: Bekommen Sie denn so viele interessante Angebote, dass Sie gut davon leben können?

Julia Hummer: Letztes Jahr habe ich zwei Filme gemacht, genau die, die jetzt auf der Berlinale liefen, das Jahr davor gar keinen und davor das Jahr einen, "Northern Star". In letzter Zeit liegt mein Schwerpunkt eher auf dem Musikmachen. Da ist das Schauspielern etwas in den Hintergrund getreten. Viel Geld habe ich also nicht, aber wenn ich drehen würde, dann hätte ich ja wieder welches (lacht). Auf jeden Fall komme ich zurecht. Man muss eben Prioritäten setzen.

Brigitte.de: Wann haben Sie mit der Musik angefangen?

Julia Hummer: Vor drei Jahren. Mein Mitbewohner hatte eine Gitarre, die habe ich mir genommen und gleich dazu gesungen, obwohl ich gar keinen Akkord kannte. Das hat großen Spaß gemacht, und mit der Zeit bin ich immer besser geworden, auch wenn ich jetzt noch nicht spiele wie Angus Young. Irgendwann wurde mir das Alleinespielen langweilig, und ich habe mir eine Band gesucht.

Brigitte.de: Was für eine Art von Musik machen Sie?

Julia Hummer: Die Sachen, mit denen ich auf Tour gehe und mit denen ich dieses Jahr auch noch gerne ein Album herausbringen möchte, das ist Singer-Songwriter-Pop.

Brigitte.de: Sie singen auf Englisch, obwohl doch deutschsprachige Musik gerade so im Trend ist.

Julia Hummer: Ja, da würde ich vermutlich eine Menge Platten verkaufen, aber leider sind keine deutschen Wörter aus mir herausgekommen. Ich erinnere mich noch an den Tag, als ich das erste Mal gesungen habe, da kamen mir die Texte gleich auf Englisch in den Sinn. Ich höre eben viel englischsprachige Musik. Wenn ich überwiegend deutsche Musik hören würde, dann würde ich jetzt wahrscheinlich deutsch singen.

Brigitte.de: Und wo kommt die Inspiration für die Texte her?

Julia Hummer: Schwer zu sagen, die Texte kommen zusammen mit den Akkorden. Ich schreibe beides gleichzeitig. Ich spiele dann so rum - es heißt ja auch Gitarre spielen - und dann kommt etwas heraus, das ich aufschreibe. Relativ unspektakulär, das Ganze.

Brigitte.de: Auf der Bühne stehen oder vor der Kamera stehen: Ist das für Sie ein großer Unterschied?

Julia Hummer: Auf jeden Fall. Vor einem Auftritt bin ich aufgeregt, das ist beim Drehen nicht so. Hinzu kommt, dass man bei der Musik sich selbst verkörpert, seine Gedanken, seine Songs. Beim Schauspielern verkörpert man jemand anders.

Brigitte.de: Stört es Sie, wenn jetzt überall geschrieben wird: "Julia Hummer, die nächste singende Schauspielerin"?

Julia Hummer: Das ist mir eigentlich egal. Die Musik gestaltet zurzeit meinen Alltag, und zwischendurch drehe ich eben mal einen Film oder auch nicht. Ich lege Wert darauf, dass ich ein Plattenlabel finde, das nicht versucht, mich als singende Schauspielerin zu vermarkten. Dazu ist mir das Musikmachen zu wertvoll, und es hat damit, dass ich Filme gedreht habe, nichts zu tun.

Brigitte.de: Könnten Sie sich vorstellen, die Schauspielerei ganz aufzugeben?

Julia Hummer: Ich bin da relativ locker und kein Mensch, der sagt: "Ich mache nie wieder Filme" oder: "Ab heute esse ich nie wieder Schokolade". Aber eines weiß ich ganz genau: Die Musik wird immer fester Bestandteil meine Lebens sein.

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  • Interview: Katharina Wantoch
    Fotos: Neue Visionen, Piffl Medien, juliahummer.com

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