Jamie Lee Curtis: "Ich war Schmerzmittel-abhängig wie Jackson"

Schauspielerin Jamie Lee Curtis über den "King of Pain", seelische Schmerzen und ihren Sieg über ihre Schmerzmittel-Sucht.

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Der folgende Text ist eine Übersetzung von Jamie Lee Curtis' Beitrag für den US-Blog
The Huffington Post.

King of Pain - König des Schmerzes

Der Schmerz ist ein Teil des Verteidigungssystems unseres Körpers. Er löst eine reflexartige Reaktion aus, die uns vor einem schmerzhaften Reiz zurückschrecken lässt. Dabei lernen wir zugleich, unser Verhalten so anzupassen, dass wir diese gefährliche Situation in Zukunft vermeiden. So erklärt es Wikipedia. Mein Lieblingszitat zum Thema Schmerz stammt aus "Die Brautprinzessin" von William Goldman (das ich schon einmal bei der Huffington Post erwähnt habe):

"Leben ist Schmerz und jeder, der dir etwas anderes erzählt, versucht, dir etwas zu verkaufen."

Deepak Chopra (ein Freund und Arzt Michael Jacksons, Anm. d. Red.) hat erklärt, dass Michael Jackson ihn um Betäubungsmittel gebeten habe, um seinen Schmerz zu lindern. Es scheint, als habe er jeden gefragt, der eine ärztliche Zulassung hat - und manchmal auch Menschen, die keine hatten. Es scheint auch, als besorgte er die Medikamente nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere - ich nehme an, dass Mr. Omar (unter dessen Namen Jackson oft Medikamente bestellte, Anm. d. Red.) ein befreundeter Junkie ohne Krankenversicherung war...

Nun, in den Wochen nach Mr. Jacksons Tod, zeigte man uns die angebliche Quelle seines unendlichen Schmerzes: der Unfall bei Pepsi, bei dem sein Kopf im wörtlichen Sinne Feuer fing. Es ist ein grauenvolles Bild, wie die Flammen sekundenlang auf seinem Kopf züngelten, ehe ihm Menschen zu Hilfe eilten.

Jetzt wird überall erklärt, das sei der Moment gewesen, der ihn endgültig in die Medikamentensucht getrieben habe. Ich glaube das nicht. Der Ursprung seines Schmerzes liegt schon in seiner Geburt, in der Tatsache, dass er von Anfang an ein Produkt war. Ein Produkt, das später zu jenem allmächtigen King-of-Pop-ich-versteck-mich-in-Neverland-Clown wurde, der ihn schließlich zerstört hat.

Nur wenige Kinder, deren wertvolle Jugend zum Vergnügen anderer vermarktet wurde, kommen unversehrt und mental stabil da raus. Ich nenne keine Namen, aber wir alle wissen, von wem ich spreche - schließlich konnten wir ihren Aufstieg und ihren Fall auf den Titeln der Magazine und in den Nachrichten genau verfolgen. Selten werden ihre Eltern zur Rechenschaft gezogen, da viele der jungen Leute sich lieber zurückziehen und die Auseinandersetzung vor Gericht scheuen. Doch die Wunden bleiben, und wie wir wissen, können sie nur durch einen schmerzhaften Prozess der Selbstfindung geheilt werden.Schmerz muss zerstört werden, es reicht nicht, ihn zu untersuchen und zu tolerieren.

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  • Text: Jamie Lee Curtis / Huffington Post
    Übersetzung: Michèle Rothenberg
    Foto: PR Photos
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