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Brigitte.de: Interessiert Sie denn die Musik von Bach?
Jürgen Vogel: Ja, sehr sogar. Früher habe ich oft die Brandenburgischen Konzerte gehört. Es gibt immer wieder Phasen, in denen ich viel alte Musik höre, und Bach ist dann auf jeden Fall dabei. Seine Musik ist sehr beruhigend.
Brigitte.de: Hätten Sie gerne zu Bachs Zeiten gelebt?
Jürgen Vogel: Allein die Vorstellung, dass damals alles viel ursprünglicher war als jetzt, dass man im Jahr 1740 in einen See gehen konnte, der total sauber ist, die finde ich toll. Während der Dreharbeiten habe ich wirklich gedacht, ich hätte gerne in dieser Zeit gelebt, aber jetzt bin ich schon wieder woanders.
Brigitte.de: Mal abgesehen von der intakteren Umwelt, gibt es sonst noch Sachen, die damals möglicherweise besser waren?
Jürgen Vogel: Es gab keine Handys. Heutzutage sind die Menschen zwar süchtig nach Kommunikation, werden aber gleichzeitig immer einsamer, weil wirkliche Gespräche gar nicht mehr stattfinden. Irgendwann wird es so sein, dass wir uns hier treffen und Interviews die einzige Situation sind, in der Leute überhaupt noch miteinander reden. Für mich ist es wichtig, dass man sich beim Reden sieht und den Seelenzustand seines Gegenübers erahnen kann.
Brigitte.de: Vier von Bachs Söhnen sind dem Beispiel des Vaters gefolgt und Musiker geworden. Möchten Ihre Kinder eigentlich gerne Schauspieler werden?
Jürgen Vogel: Nein, den Zahn konnte ich ihnen ziehen. Es gab ein Alter, in dem sie ständig davon gesprochen haben, aber Menschen, die man liebt, denen rät man eigentlich nicht, Schauspieler zu werden.
Brigitte.de: Warum?
Jürgen Vogel: Weil die Schauspielerei ein harter Beruf ist. Es gibt nur ganz wenige Schauspieler, die wirklich ein schönes Leben haben. Sicher, das kreative Arbeiten ist ganz toll, aber der Beruf kann auch viel Leid bedeuten: Wenn man kein Angebot bekommt, kein Geld verdient, wenn man anfängt, an sich zu zweifeln, weil man eine Rolle nicht bekommen hat. Ich möchte nicht, dass meine Kinder sich mit so einem Mist befassen müssen.
Brigitte.de: Über mangelnde Aufträge können Sie sich nicht beklagen. Allerdings sind Sie fast nur in deutschen Filmen zu sehen. Ist Hollywood kein Thema für Sie?
Jürgen Vogel: Hollywood ist ein rein theoretisches Thema, über das man gar nicht reden muss. Ich bleibe immer deutsch, mit all dem, was ich in Deutschland erlebt habe. Das ist meine Identität. In Amerika wirst Du mit einer ganz anderen Mentalität und Kultur groß. Die Amerikaner interessieren sich nicht für Deutsche und warum soll ich dann glauben, dass ich da drüben Filme machen kann? Man könnte mich genauso gut fragen, ob ich auf dem Mars drehen möchte. Bis jetzt hat es in den USA noch kein Deutscher so richtig geschafft. Und ich habe auch hier genug zu tun.













