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Patricia Field im Gespräch mit Sina Teigelkötter
BRIGITTE: Meryl Streep spielt im Film die toughe Chefredakteurin Miranda Priestly. Und hat einen Lieblingssatz: "That's all. Das ist alles." Wie oft haben Sie während des Drehs von ihr die Worte gehört: "Das ist alles, Patricia!"? Eisig betont, natürlich.
Patricia Field: Nicht ein einziges Mal.
BRIGITTE: Keine Machtdemonstrationen am Set?
Patricia Field: Nein, aber viel geredet hat Meryl Streep mit mir nicht. Es war beeindruckend, eine Schauspielerin zu erleben, die so bedingungslos mit ihren Figuren verschmilzt wie sie. Selbst in den Drehpausen war sie voll in ihrer Rolle. Sie hat sich nie mit den anderen Schauspielern an einen Tisch gesetzt. Da hätte sie ja wieder freundlich sein müssen. Nach der ersten Szene hat sie ihrer Filmpartnerin Anne Hathaway gesagt: "Anne, du warst richtig gut. Und das hier war das letzte Mal, dass ich mit dir gesprochen habe." Das hat sie wirklich bis zum Ende des Drehs durchgezogen.
BRIGITTE: Und Sie haben sie mit ebensolcher Bestimmtheit angezogen.
Patricia Field: Als Herrscherin eines Mode-Imperiums und knallharte, erfolgreiche Geschäftsfrau habe ich für sie sehr hochwertige Kleidung ausgesucht. Designer-Jackett, weiße Bluse, Nadelstreifenrock, mal ein extravaganter Mantel, Kostüme von Chanel, Valentino oder, ja, auch Prada- "that's all".
BRIGITTE: Wie wichtig ist Mode für Frauen in Machtpositionen?
Patricia Field: Was eine Frau denkt, sagt und tut ist wichtiger als das, was sie trägt. Eine Frau könnte das schickste Business-Kostüm tragen - füllt sie es innerlich nicht aus, hat es keinen Effekt.
BRIGITTE: Sie meinen, in Flipflops, T-Shirt oder unmodischen Fummeln könne man genauso Karriere machen?
Patricia Field: Ich bin davon überzeugt. Wenn man selbst davon überzeugt ist, dann kann man auch in den simpelsten Outfits ins Büro spazieren und verliert trotzdem nicht den Respekt der Umwelt. Ausstrahlungssache.
BRIGITTE: Klingt, als sei Mode eher Nebensache.
Patricia Field: Mode ist ein wichtiges Statussymbol, aber Stil kannst du dir nicht kaufen. Manche Menschen geben tausende von Dollar für die feinsten Klamotten aus, ziehen sie an -und sehen nur nichtssagend damit aus. Stil kommt aus dem Innern. Klar braucht ein Künstler für seine Arbeit Farbe. Aber erst indem er sie auf die Leinwand streicht, entsteht Kunst. Erst die persönliche Entscheidung macht aus Mode Stil.
BRIGITTE: Wie entscheidungssicher sind Frauen denn da heutzutage?
Patricia Field: Zuletzt schienen sie mir eher rückschrittlich. Überall sah ich gestandene Frauen in niedlichen Babydoll-Kleidchen- zart, unschuldig, unwissend. Kleine Mädchen, die keine Mädchen mehr waren.
BRIGITTE: Eher Fashion-Victims.
Patricia Field: Ja, hier passt das Wort. Aber zum Glück hat sich dieser Retro-Trend langsam überlebt. Allerhöchste Zeit für Trendsetter, sich etwas Neues einfallen zu lassen.











