Robbie Williams hat ein neues Album herausgebracht, "Reality Killed The Video Star", und ich kann gar nicht laut genug sagen, wie piepegal mir das ist. Er könnte die tollsten Hits der Regensburger Domspatzen covern, mir wäre es wurscht. Alles, was zählt, ist: Der Mann ist wieder da! Schlank, smart, ordentlich gekämmt und gekleidet in solide britische Erwachsenen-Mode - man könnte fast sagen: etwas sehr solide. Aber da sind immer noch das sexy Grinsen und die grünen Augen, die einem sofort den Magen in Richtung Knöchel purzeln lassen. Und Robbies unwiderstehliche Aura des gefallenen Prinzen.
Der Mann weiß, wie man Krise buchstabiert. Wie man sich selbst nach allen Regeln der Kunst zugrunde richtet. Und wie man wieder aufsteht, sich den Staub von der Jacke klopft, sich aufs Pferd schwingt und in den Sonnenuntergang reitet. Von solchen Jungs kann es in Zeiten wie diesen gar nicht genug geben. Deshalb war ich nie ernsthaft in Sorge, dass Robbie Williams für immer in Depression und Tablettensucht verschwunden sein könnte. Dafür ist er zu berechenbar: erst der Erfolg, dann der Absturz inklusive körperlicher Verwahrlosung, plötzlich das Erscheinen eines rettenden Engels (ein Plattendeal, ein genialer Songschreiber, eine neue Frau), schließlich ein erfolgreiches Album, auf dem er all die dunklen Zeiten in herrlich opulenten Balladen verarbeitet. Der Mann kann gar nicht anders, da ist er verlässlich.













