Sigourney Weaver: "Frauen sind nun mal stark"

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BRIGITTE: In Ihrem aktuellen Film "The Girl In The Park" spielen Sie eine Mutter, die nach der Entführung ihrer kleinen Tochter nicht mehr ins Leben zurückfindet. Wie schwer war es, sich auf diese neue Rolle einzulassen?

Sigourney Weaver: Ein Kind zu verlieren und nicht zu wissen, was mit ihm passiert ist, ist der Albtraum aller Eltern. Einige Szenen konnte ich erst gar nicht spielen, obwohl ich beim Lesen des Drehbuchs von dem Mut meiner Figur so beeindruckt war. Von dem unerschütterlichen Glauben der Mutter, dass ihr Kind noch lebt. Die Rolle hat mich sehr gefordert, ich habe so etwas nie zuvor in dem Maße erlebt. Aber es ist eine dieser unglaublichen Geschichten, die man unbedingt erzählen sollte.

BRIGITTE: Kate Bosworth, ein aufstrebender Hollywoodstar, spielt neben Ihnen eine tragende Rolle. Wie ist es, wenn eine so erfahrene Schauspielerin wie Sie mit dem Nachwuchs zusammenstößt?

Sigourney Weaver: Ehrlich gesagt war ich beeindruckt. Wie professionell diese junge Frau mit der Klatschpresse umgegangen ist! Wir wurden von so vielen Paparazzi verfolgt, aber sie war nie unhöflich, hat sich nie stören lassen. Ich weiß nicht, ob ich mich in der heutigen Zeit noch mal für die Schauspielerei entscheiden würde. Das bedeutet ja mittlerweile den Verlust jeder Privatsphäre.

BRIGITTE: Wieso? Von Ihnen gibt es doch bis heute nicht so viele Paparazzi-Bilder wie von den meisten Ihrer Kolleginnen.

Sigourney Weaver: Nun, ich lebe in New York, nicht in Los Angeles, wo es überall Paparazzi gibt. Die stecken dort in jeder Ecke, sie sind wie Zombies. In New York verhält sich die Presse sehr viel unaufgeregter. Außerdem bin ich denen privat wohl zu langweilig.

Das ist ihre neue Rolle

Beim Versteckspielen auf dem Spielplatz verschwindet die dreijährige Maggie spurlos. Ihre Mutter Julia (Sigourney Weaver) zerbricht beinahe an diesem Verlust: Sie zieht sich zurück und lässt niemanden mehr an sich heran - weder ihren Ehemann, der sie irgendwann verlässt, noch ihren Sohn Chris, der seine Schwester einfach nicht ersetzen kann. Das ändert sich erst, als sie 15 Jahre später der mittellosen Louise (Kate Bosworth) begegnet. Julia glaubt, in der jungen Frau ihre verlorene Tochter zu erkennen, und schöpft zum ersten Mal neuen Lebensmut. Die anderen Familienmitglieder sind sich jedoch nicht so sicher... Ein streckenweise sehr schmerzhaftes, beeindruckendes Psychodrama, das besonders von der gegensätzlichen Dynamik zwischen der spröden Julia und der freizügigen Louise lebt. Und ein kleiner Geheimtipp: "The Girl In The Park" läuft in Deutschland nicht im Kino, sondern erscheint am 24. Oktober direkt auf DVD (Sunfilm Entertainment).

Über Sigourney Weaver

Sigourney Weaver wurde am 8. Oktober 1949 als Susan Alexandra Weaver in New York geboren. Sie ist die Tochter der britischen Schauspielerin Elisabeth Inglis, ihr Vater war in den 50ern der Präsident des NBC Television Network. Den Namen Sigourney gab sie sich als Teenager selbst - nach einer Nebenfigur des Romans "Der große Gatsby". Die Schauspielerin lebt heute mit ihrem Mann, Regisseur Jim Simpson, und ihrer gemeinsamen Tochter Charlotte in Manhattan.

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  • Artikel vom 18.10.2008
  • Interview: Melanie Heym
    Foto: Getty Images
    Ein Interview aus der BRIGITTE 21/08
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