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"Take them", dachte sich Manager Nigel Martin-Smith und formte 1990 diese fünf netten Jungs von nebenan zur ersten britischen Boy-Band. Aus Jason Orange, Howard Donald, Gary Barlow, Mark Owen und Robbie Williams wurde Take That.
Lack und Leder, die passende Kleidung zum Gig: Am Anfang ihrer Karriere sangen Take That oft in Clubs der Homosexuellenszene. Kontakte ihres Managers verhalfen ihnen dort zu guten Auftrittsmöglichkeiten.
Poster-Boys zum Anbeißen: Anfang der 90er Jahre wurden die Bandmitglieder zu Superstars und Gary Barlow und Howard Donald machten nebenbei noch ein bisschen Werbung für Unterwäsche. Als Robbie Williams die Band 1995 verließ und sich die übrigen vier Mitglieder 1996 trennten, war die Hysterie unter Teenagern groß. Einige begingen sogar Selbstmord. Mehrere Länder, auch Deutschland, mussten zeitweise Seelsorge-Hotlines einrichten.
Der Erfolgreiche: Von allen ehemaligen Bandmitgliedern konnte Robbie Williams als Solokünstler am besten durchstarten: Er verkaufte mehr als 55 Millionen Platten, erhielt zahlreiche internationale Auszeichnungen, darunter 15 BRIT-Awards, und schaffte es ins Guiness-Buch der Rekorde - für 1,6 Millionen verkaufte Eintrittskarten an einem (!) Tag. Nur in den USA gelang ihm der Durchbruch nicht. Und: Zwischendurch hatte er immer wieder Probleme mit Drogen.
Der Solide: Auch Gary Barlow versuchte nach Take That zunächst eine Solo-Karriere als Sänger. Sein erstes Album "Open Road" schaffte es 1997 immerhin an die Spitze der englischen Charts. Doch seine zweite Platte, "Twelve Months, Eleven Days" brachte nicht mehr den gewünschten Erfolg. Barlow schrieb und produzierte fortan Texte für andere Künstler, darunter Monrose und Atomic Kitten. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.
Der ewig Suchende: Nach der Trennung gab Jason Orange die Musik auf, versuchte es zunächst mit der Schauspielerei und nahm Kurse in New York. Der Erfolg war bescheiden, und Ornage studierte später Psychologie, Biologie, Geschichte und Soziologie am South Trafford College in Manchester.
Das Sorgenkind: Seit der Trennung von Take That soll Mark Owen immer wieder Alkoholprobleme gehabt haben. Owen veröffentlichte zwar noch vier Solo-Platten, konnte aber nie an den Erfolg von Take That anknüpfen. Er hat zwei Kinder. Und eine Frau, Emma Ferguson, die ihn nach mehreren Seitensprüngen rausgeschmissen hat.
Der Liebling der Deutschen: Howard Donald gab später zu, dass er mit dem Gedanken an Selbstmord gespielt hat, als Take That 1996 auseinanderbrach. Später arbeitete er als DJ unter dem Namen "DJ HD" und konnte vor allem in Deutschland viele Fans gewinnen. Er befürwortet die Legalisierung von Cannabis und sagt: "Wenn mehr Leute stoned statt betrunken wären, gebe es weniger Prügeleien, Ärger und Gewalt."
Das Alter steht ihnen: Im Jahr 2005 gaben Jason Orange, Howard Donald, Gary Barlow und Mark Owen die Neuaflage von Take That bekannt - allerdings ohne Robbie Williams. Ihre Tour durch England im Jahr 2006 war innerhalb von 30 Minuten ausverkauft. 2008 bekamen die Musiker zwei BRIT-Awards - für den besten Live-Act und die beste Single.
Der verlorene Sohn kommt zurück: Am 15. Juli 2010 gaben Robbie Williams - hier bei der Echoverleihung im März 2010 in Berlin - und Take That bekannt, dass sie wieder gemeinsam ein Album eingespielt haben. "Progress" erschien am 15. November 2010 und eroberte in Deutschland und in UK Platz 1 der Albumcharts.
Aus der Boy-Group ist eine Man-Group geworden: Wie gut die Fünf noch in Form sind, lässt sich im Juli auch in Deutschland überprüfen. Am 22.7. spielen Take That in Hamburg, am 25.7 in Düsseldorf und am 29.7. in München. Noch sind Karten für alle drei Konzerte erhältlich.
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