Xavier Naidoo

Eigentlich wollte der 34-jährige Mannheimer sein drittes Solo-Album "Und" nennen, nun heißt es doch "Telegramm für X". Den ursprünglichen Titel trägt jetzt immerhin ein Song auf der Platte. Und der hat Xavier Naidoo auch zu einer Frage an BRIGITTE inspiriert

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Liebe Brigitte, mein Deutschlehrer beharrte immer darauf, keine Sätze mit "Und" zu beginnen. Ist das denn wirklich falsch?

Foto: Marek Lieberberg Konzertagentur

Lieber Xavier Naidoo,
da wir von der BRIGITTE auch gern Sätze mit "Und" beginnen, sagen wir es geradeheraus: Nein, es gibt keine grammatikalische Regel, die uns das verbieten könnte. Aber natürlich haben wir das im Deutschunterricht auch einmal anders gelernt. Schuld daran ist Johann Wolfgang von Goethe, der 1765 in einem Brief darauf hinwies, man möge besser "Man gibt sich Mühe" als "Und man gibt sich Mühe" schreiben. Der Grund: Die Sprache der feinen Gesellschaft sollte sich so von der weniger elaborierten Ausdrucksweise des gemeinen Volkes abheben. Und welcher Deutschlehrer würde wagen, Goethe zu widersprechen? Dennoch: Gerhard Müller von der "Gesellschaft für Deutsche Sprache" sieht Goethes Empfehlung allenfalls als "Richtlinie für eine sinnvolle Satzverknüpfung, in der das Subjekt die Spitze des Satzes bilden soll", hat aber keine Einwände gegen ein "Und" am Satzanfang als Stilmittel. Sollten Sie dennoch Zweifel haben, empfehlen wir Ihnen als gläubigem Christen einen Blick in die Bibel, Genesis 1: "Gott sprach, es werde Licht. Und es ward Licht. Und Gott sah, dass das Licht gut war." Wer hat jetzt Recht: Gott oder Goethe? Wir ahnen die Antwort.

Ihre BRIGITTE

  • Artikel vom 26.01.2006
  • Text: Verena Reygers
    BRIGITTE Heft 03/2006
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