Kultur
Woody Allen: 75 Jahre Großstadt-Neurosen
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Lieber Woody Allen,
feiern Sie überhaupt mit? Unglaubliche 75 Jahre werden Sie heute alt, und überall auf der Welt (okay, vermutlich hauptsächlich in Europa und an der Ostküste der USA) erheben heute Ihre Fans und Bewunderer die Gläser, um auf den Geburtstag ihres Lieblingsregisseurs anzustoßen. Sie aber grummelten neulich in einem Interview, ein Spaß sei das ja nun gerade nicht mit dem Älterwerden. Sollten Sie jemals wieder selbst in einem Ihrer Filme mit spielen, so, wie Sie das früher ja so gut wie immer gemacht haben, sagten Sie in diesem Interview, dann müssten Sie wehrlos zusehen, wie die tollsten Frauen von einem anderen geküsst werden – einem Jüngeren! Das müsse man sich mal vorstellen, stöhnten Sie, so unglaubliche Geschöpfe wie Scarlett Johansson oder Naomi Watts in den Armen eines anderen, und sie stünden einfach so daneben. Darum sind wir gar nicht so sicher, ob Ihnen wirklich so sehr zum Feiern zumute ist wie uns, Ihrem treuen Publikum.
Wenn Sie hinter der Kamera stehen und diese großartigen Frauen dirigieren, scheint das mit den jungen Männern nicht so schlimm zu sein. Denn nach wie vor arbeiten Sie mit den tollsten Damen der Filmwelt: Neben Scarlett Johansson, die so etwas wie Ihre neue Muse ist und in den letzten Jahren allein drei mal dabei sein durfte, gaben sich Traumfrauen wie Penelopé Cruz, Chloé Sevigny, Amanda Peet, Christina Ricci, Freida Pinto und Indie-Ikone Patricia Clarkson bei Ihnen kürzlich die Klinke in die Hand. Was in der Filmwelt nach wie vor ein Ritterschlag ist: Selbst ein Superstar wie Julia Roberts bekannte, noch nie so stolz gewesen zu sein wie damals, als Sie ihr eine Rolle in "Alle sagen I love you" (1996) angeboten haben.













