Kino
Karoline Herfurth über ihren neuen Film "Zettl"
- In diesem Artikel:
Karoline Herfurth: "Endlich durfte ich richtig berlinern"
Karoline Herfurth als Verena in "Zettl".
BRIGITTE.de: Können Sie kurz Ihre Rolle als Zettls Freundin Verena beschreiben? Was hat Sie daran gereizt?
Karoline Herfurth: Verena ist eine gute Seele, immer verliebt und am liebsten in Politiker. Bis sie auf diesen ganz besonderen Chauffeur trifft, der es mindestens so faustdick hinter den Ohren hat wie sie. Alles an dieser Rolle hat mich gereizt: Komödie zu spielen, mit Bully zu drehen, mit Dietl zu arbeiten, endlich mal richtig berlinern zu können.
BRIGITTE.de: Mit Ihnen und Ihren Kollegen hat Helmut Dietl so ziemlich alle Topstars aus Film und Fernsehen in Deutschland versammelt - wie war die Stimmung am Set bei so vielen starken Charakteren?
Karoline Herfurth: Eigentlich war ich fast jeden Tag aufgeregt. Entweder habe ich Götz George getroffen oder ein Drehtag mit Harald Schmidt oder Dagmar Manzel stand an. Ich konnte so vielen tollen Kollegen bei der Arbeit zugucken und dachte mir immer: "Guck hin, Karoline, das darfst du nicht verpassen! Gleich ist es wieder vorbei!". Ich hätte gern mehr Zeit gehabt, um das auszukosten.
BRIGITTE.de: Was ist so besonders an Dietls Arbeitsstil, dass alle gern zusagen?
Karoline Herfurth: Für mich war es ein Geschenk, eine Komödie unter seiner Regie machen zu können. Er ist unglaublich konzentriert, weiß ganz genau, was er will und es entgeht ihm kein Detail. Das ist zum einen eine große Herausforderung, zum anderen fühlt man sich aber sehr sicher, weil man weiß, dass er sich nicht mit halbseidenen Sachen zufrieden gibt. Ich habe sehr viel über Timing, komödiantische Nuancen und Mittel gelernt. Er fordert sehr viel an schauspielerischem Können, das ist die beste Schule.
BRIGITTE.de: Ist die Stimmung am Set bei einer Komödie heiterer als beispielsweise bei einem Drama, oder ist es genau ungekehrt?
Karoline Herfurth: Bestimmt herrscht eine heiterere Stimmung, wenn vor der Kamera lustige Sachen passieren oder tragische Dinge lustig verhandelt werden, als wenn die Schauspieler die ganze Zeit heulen. Aber deshalb lacht man nicht die ganze Zeit. Komödien sind trotz der Leichtigkeit, die sie brauchen, harte Arbeit, weil sie so unerbittlich auf die Details angewiesen sind. Wenn ich dagegen ein Drama spiele, kommt es nicht so stark auf das Timing meines Gefühls oder der Geste oder auf die Satzmelodie an. Das alles muss in der Komödie auf den Punkt sitzen, sonst verrutscht die Pointe - und dann bekommt man ein müdes Lächeln statt eines dicken Lachers.













