Internetkriminalität
Daten schützen: So surfen Sie sicher

Der ARD-Film "Im Netz" hat gezeigt, wie schlimm Identitäten-Klau im Extremfall sein kann. Aber ist es wirklich so gefährlich, online zu sein? Um sich und seine Daten vor Internetkriminellen zu schützen, helfen zum Glück schon ein paar einfache Vorsichtsmaßnahmen und Regeln.

Foto: Jamie Grill/Getty Images

Plötzlich steht nachts die Polizei im Schlafzimmer: Vom Computer der Unternehmensberaterin Juliane (Caroline Peters) aus wurden für Terroristen Wohnungen angemietet und weitere Aktionen für islamistische Netzwerke organisiert. Der TV-Film "Im Netz" zeigte, welche Folgen Identitäten-Diebstahl per Internet im Extremfall haben kann. Die Anzahl der "Cybercrime"-Straftaten ist in Deutschland im vergangenen Jahr stark angestiegen: Es sind 81 Prozent mehr Schadprogramme im Umlauf als noch im Vorjahr, alle zwei Minuten wird eine Online-Identität geklaut. Das hört sich bedrohlich an. Wer ist gefährdet? Und wie kann man sich als User schützen?

"Grundsätzlich ist jeder, der im Internet unterwegs ist, gefährdet", sagt Mirko Manske, Leiter des Sachgebiets Operative Auswertung Cybercrime im BKA. "Aber um Panikmache vorzugreifen, sollte man sich bewusst sein, dass heute auch jeder Autofahrer Opfer eines Verkehrsunfalls werden kann. Wenn man diesen Vergleich weiter spinnt, dann sind heutzutage deutlich mehr böse Autofahrer unterwegs, und damit steigt das Risiko, in einen Unfall verwickelt zu werden." Manske zufolge gibt es heute kein hundertprozentig sicheres Schutzsystem mehr. Aber wenn Sie die folgenden Ratschläge befolgen, sind die Risiken deutlich geringer.

Bessere Passwörter

Passwörter sind die größte Schwachstelle in unserem Online-Leben: 90 Prozent aller deutschen Internetnutzer verwenden für das Passwort Namen und Jahreszahlen, weil sie sich diese gut merken können. Mit einer Software können Internetbetrüger in Sekunden solche Passworte knacken: 60.000 Wortkombinationen pro Sekunde werden gescannt.

Es ist wichtig komplexe Passwörter zu vergeben.Ein schwaches Passwort wie "Maria123" hält kriminellen Angriffen, die häufig mittels Wörterbuch-Attacken durchgeführt werden, keine Sekunde lang stand. Ihr Passwort sollte auch nicht unmittelbar mit Daten aus dem eigenen Leben zu tun haben. Ganz wichtig ist es aber, für die unterschiedlichen Plattformen, auf denen Sie im Internet unterwegs sind, jeweils andere Passwörter zu vergeben. Sonst kann schon der Verlust eines einzigen Logins einen großen Schaden anrichten. Ein häufiges Ändern der Passwörter alleine hilft dagegen nicht wirklich", sagt Mirko Manske.

Tipp: Erfinden Sie ein Fantasie-Wort aus mindestens acht Zeichen, darunter großen und kleinen Buchstaben sowie Zahlen. Gut geeignet sind Anfangsbuchstaben aus Merksätzen, die nur Sie allein wissen können: "Mein Nachbar hat 3 Katzen und wohnt im 2. Stock" ergibt so "MNh3Kuwi2S".

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  • Text: Beate Koma, Alexandra Bürger
    Teaserfoto: Gina Sanders/Fotolia.com
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